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IMA-Gewinnerin FUTURE: Holly Herndon

>>> Highlights und Gewinner IMA 2019!

Holly Herndon hat den International Music Award für ihre zukunftsweisende Herangehensweise an Musik gewonnen. Die in Berlin lebende Musikerin setzte sich gegen Rosalía und NoName durch.

Herndon, seit Jahren interessiert am Einsatz neuer Technologien für ihre Musik, setzte für ihr drittes Studioalbum „Proto“ Künstliche Intelligenz (KI) ein. Sie selbst nennt diese „Spawn“, wie sie IMA-Moderator Billy Porter auf der Bühne erklärte. Die Sängerin gab darüber hinaus eine kleine Einleitung, wie sie mit ihrer „Baby-KI“ neue Sounds entwickelte.

Sängerin Holly Herndon erklärt IMA-Moderator Billy Porter, wie sie mit KI neue Musik gestaltet
Sängerin Holly Herndon erklärt IMA-Moderator Billy Porter, wie sie mit KI neue Musik gestaltet

Zuvor spielte sie auf der Bühne der Verti Music Hall ihren elektrisierenden Song „Fear, Uncertainty, Doubt“.

Warum Holly Herndon den IMA absolut verdient hat

Dieses Jahr hat Holly Herndon ihren Doktortitel an der renommierten Stanford University verteidigt. Das Thema: Ihr eigenes Werk. Kaum eine andere Künstlerin erweitert die Möglichkeiten elektronischer Musik so konsequent wie die 39-jährige Klangforscherin. Für ihr drittes Album „Proto“ hat die in Tennessee geborene Wahlberlinerin eigens eine Künstliche Intelligenz programmiert, die basierend auf eingefütterten Stimmen mal überraschend harmonisch und mal verstörend fremdartig zur Musik improvisiert.

Holly Herndon
Holly Herndon auf dem Red Carpet

Holly Herndon: „Künstliche Intelligenz ist ein Teil der Evolution.“

Die „Mensch-Maschine“ die bei Kraftwerk noch eine steife Puppe war, wird bei Herndon so zum Sparringspartner auf Augenhöhe. „Kunst sollte die Umwelt und Zeit reflektieren, aus der sie stammt“, sagt Herndon. „Und KI kann dabei ein gutes Werkzeug sein.“ Obwohl sie ihre künstliche Intelligenz „Spawn“ getauft hat – zu deutsch „Ausgeburt“ –, hält sie sich mit dystopischen Visionen einer Roboter-Weltherrschaft nicht lange auf: „Ich betrachte KI nicht als das große Unbekannte. Sie ist eine Errungenschaft von Menschen und damit letztlich ein Teil der Evolution“.

Eine andere Zukunft erträumen

Die Weiterentwicklung der Kunst in Zeiten der Totalautomatisierung ist ein roter Faden in Herndons Werk. Die menschliche Stimme soll mittels futuristischer Technologien aber nicht unsichtbar, geglättet oder wie im Streaming auf perfekte Formeln runtergerechnet werden, sondern in neuen Räumen neue Plätze behaupten. „Mir geht es darum, alternative Denkansätze zu geben. Wenn du eine andere Zukunft haben willst, musst du sie dir erst einmal erträumen.“

Highlights der IMA-Verleihung in der Verti Music Hall in Berlin

Fabrizio Bensch picture alliance/dpa


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