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PANEL 2019: Benjamin von Stuckrad-Barre votet mit


Zwar ist er nicht der Erfinder der deutschen Pop-Literatur, aber mit Benjamin von Stuckrad-Barre wurde ein neuer Stil zwischen Autobiografie und Essayistik, Reportage und Porträt etabliert. Der Pfarrerssohn aus Göttingen kam als 20-jähriger nach Hamburg, arbeitete als Redakteur beim „Rolling Stone“, dann bei einer Plattenfirma, dann in Köln bei der „Harald Schmidt Show“ und bei Friedrich Küppersbusch. 1998 erschien sein erster Roman „Soloalbum“, eine rabiat schonungslose Selbst- und Weltbetrachtung, die Existenzekel und Melancholie, Euphorie und Pop-Schwärmerei furios zusammenbringt. Stuckrad-Barre geht seitdem auf Tourneen – seine Lesungen sind teils Stand-up Comedy, teils Vortrag, teils Improvisation, und der Autor wird vom Publikum wie ein Popstar gefeiert.

Er schrieb bei der „Weltwoche“, beim „stern“ und beim „Spiegel“, bei der „B.Z.“ und der „Welt am Sonntag“, zog nach Zürich und Frankfurt und schließlich nach Berlin, veröffentlichte weitere Bücher („Blackbox“, „Deutsches Theater“, „Auch Deutsche unter den Opfern“ und Anthologien seiner journalistischen Texte), hatte Fernsehsendungen bei MTV und im Schweizer Fernsehen, befreundete sich mit Udo Lindenberg, der ihm aus einer Lebens- und Schreibkrise half, schrieb mit Helmut Dietl das Drehbuch für dessen letzten Film, „Zettl“ (2012), lebte zeitweilig im notorischen Chateau Marmont in Hollywood und veröffentlichte 2016  sein Opus magnum, „Panikherz“, einen autobiografischen Rechenschafts- und Suchtbericht samt Vignetten über Harald Schmidt, Bret Easton Ellis, Thomas Gottschalk und, naturgemäß, Udo Lindenberg, der zu seinem größten Bestseller nach „Soloalbum“ und in einer Theaterfassung in Berlin und Hamburg aufgeführt wurde. Im Jahr 2018 erschien zum 20. Jubiläum von „Soloalbum“ eine in weißen Jeansstoff gebundene Neuausgabe.


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