James Brown: Rechtsstreit um Erbe des Sängers endlich beigelegt


von

Es ist ein Klischee: Sobald eine vermögende Person von uns geht, taucht auch die entfernteste Familie auf, um ihren Anteil an den Hinterlassenschaften zu fordern. So zog auch der Tod James Browns im Jahr 2006 einen hässlichen Rechtsstreit nach sich. 15 Jahre später wurde der Zank um das Erbe des „Godfather of Soul“ nun endlich beigelegt.

15 Jahre Streit um Geld

Eigentlich hatte Brown in seinem Testament den Wunsch geäußert, fast sein gesamtes Vermögen für wohltätige Zwecke spenden zu wollen. Das verhinderten Witwe Tomi Rae Hynie und die sechs erwachsenen Kinder Browns. Stattdessen wurde bereits im Jahr 2009 gerichtlich entschieden, dass nur etwa die Hälfte Browns Vermögen an bedürftige Kinder gehen sollte. Der Rest wurde unter den Kläger*innen aufgeteilt.

Am 28. Dezember 2006 wurde Brown in New York City beigesetzt.

In einer neueren Entwicklung des Falls forderte die Familie der Soul- und Funk-Legende nun auch die Rechte an deren Musik. Die Details des gerichtlichen Vergleiches sind zwar nicht bekannt, wahrscheinlich ist aber, dass die Lizenzen der etwa 900 Kompositionen des Sängers unter dessen Kindern und Enkeln aufgeteilt wurden. In den Jahrzehnten seines Schaffens veröffentlichte Brown 62 Studioalben und weit über 100 Singles – darunter legendäre Titel wie „It’s a Man’s Man’s World“.

Das musikalische Erbe James Browns

Live at the Apollo
„Live At The Apollo“ war 66 Wochen lang in den amerikanischen Charts.

In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, schlug sich James Brown schon als Kind mit Gelegenheitsjobs und Kleinkriminalität durch. Ausgerechnet im Gefängnis lernte er seinen ersten Bandkollegen Bobby Byrd kennen. Als Sänger der Famous Flames entwickelte Brown sich vom Gospel-Kid zum gefeierten R’n’B-Star. Schließlich prägte der Sänger und Tänzer in den Sechzigern und Siebzigern die Musikwelt wie kaum ein Musiker vor ihm.

Heute gilt Brown als Mitbegründer des Funk und als „Godfather of Soul“. Die Konzertaufnahme „Live at the Apollo“ von 1963 wurde vom amerikanischen ROLLING STONE zur besten Liveplatte aller Zeiten gewählt und machte auch Stars wie Iggy Pop zu Brown-Fans.

Bryan Bedder Getty Images
King, 1963