Jan Böhmermann würde bei AfD-Wahlsieg aus Deutschland flüchten
Der „ZDF Magazin Royale“-Moderator plädiert weiter für ein AfD-Verbot und will auswandern, falls der Partei der Einzug ins Kanzleramt gelingt.
Jan Böhmermanns Einsatz gegen die AfD ist hinlänglich bekannt. In seinen TV-Sendungen versucht er seit Jahren das rechtsextremistische Gedankengut zahlreicher Parteimitglieder offenzulegen oder die rechtspopulistischen Politikvorhaben der Partei für seine Zuschauer zu Ende zu denken. Vor einigen Monaten schrieb er sogar in der „New York Times“ gegen Weidel und Co. an.
Nun macht der „ZDF Magazin Royale“-Moderator noch einmal deutlich, dass die Zeit gekommen sei, ein Parteiverbot zu erwirken, auch wenn die verfassungsrechtlichen Hürden hoch sein sollten.
In einem ausführlichen Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ sagte er: „Wir sind doch keine Weicheier! Wir sollten das dringend erforderliche Verbotsverfahren nicht nur unter dem Angsthasen-Blickwinkel betrachten: Klappt das oder nicht? Wir sollten den Rücken durchdrücken und sagen: Wir, die wehrhaften, mutigen Demokraten, werden das natürlich schaffen.“
Der 44-Jährige glaubt auch, dass es dafür eine deutliche Mehrheit in der Bevölkerung gibt. „Uns mag jeweils dies und das trennen: Aber gemeinsam wollen wir keine Nazis im Parlament! Das ist das Entscheidende!“, sagte er.
Wohin will Jan Böhmermann auswandern?
Sollte die AfD allerdings weiter an Zustimmung gewinnen und möglicherweise eines Tages den Kanzler oder die Kanzlerin stellen, will Böhmermann lieber das Land verlassen, bevor ihm etwas zustößt. „Meine Kolleginnen, Kollegen und ich, also wir öffentliche Menschen, wir laufen voran mit unseren Visagen – und wir bekommen es dann auch ab“, erklärte der Moderator.
Auf die Nachfrage, wohin er auswandern wolle, sagte Böhmermann nur: „Sage ich nicht, ich will ja nicht gefunden werden.“ Und weiter: „Klingt wie ein Witz. Ist keiner!“
Kritik an den Medien
In dem Gespräch mit der „SZ“ bezeichnete sich der Entertainer auch als „radikalen Demokraten“ und kritisierte die Medien dafür, rechtsextreme Ansichten, die in den Sozialen Medien zu lesen sind, ungefiltert zu publizieren. „Was in dem braunen Loch passiert, wird von einigen Medien dann skrupel- oder kenntnislos ungeprüft weiterverbreitet, diese Berichterstattung wird dann wiederum von etablierteren Medien aufgegriffen und erneut zurückgespielt. Eine Todesspirale.“
Das Übernehmen von Zitaten und „Nachrichten“ etwa bei X oder Instagram nannte er auch aufgrund seiner eigenen Erfahrungen im Netz („Twitter-Tagebuch, 2009-2020“) „Journalismus-Simulation“.