Jan Böhmermann singt Schmählied über Chef der Polizei-Gewerkschaft

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Jan Böhmermann singt Schmählied über Chef der Polizei-Gewerkschaft

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Jan Böhmermann und die Polizei – das ist schon aus biographischer Sicht als Sohn eines Polizeibeamten eine schwierige Beziehung. In der neusten Ausgabe des „Neo Magazin Royale“, die am Donnerstag (16. März) auf ZDFNeo lief und am Freitag im ZDF wiederholt wird, schlüpfte der Moderator mal nicht in sein alter ego POL1Z1STENS0HN, sondern setzte sich kritisch mit Rainer Wendt auseinander.

Der umstrittene Vorsitzende der Polizeigewerkschaft bekam in einem reichlich scharfzüngigen Song sein Fett weg. Unter anderem sang der Satiriker (reichlich schief): „Seine Klappe war so groß wie sein Körper zwerghaft – darum wurde er der Chef der deutschen Polizeigewerkschaft“. Zuvor hatte Böhmermann das Opfer seines Spottes mit harmlosen Worten angekündigt: „Als Bundesvorsitzender der deutschen Polizistensohn-Gewerkschaft bin ich der Meinung, wir alle sollten uns einmal mit Rainer Wendt und dem, was er öffentlich so macht und sagt, ein kleines bisschen ausführlicher auseinandersetzen. Und zwar ohne Häme, journalistisch korrekt, sachlich und seriös.“

Rainer Wendt, du forderst Rechtsstaat und Moral, aber beides ist dir selber scheißegal

Doch harmlos blieb am Ende keine einzige Zeile in dem Song. So dichtete der Komiker: „Rainer Wendt, du bist kein echter Polizist, Rainer Wendt, weil du dir selbst der nächste bist. Rainer Wendt, du forderst Rechtsstaat und Moral, aber beides ist dir selber scheißegal.“ Schließlich gelangte der 35-Jährige zu dem Urteil: „Wegen Typen wie dir ist Deutschland in Gefahr“.

Rainer Wendt steht seit einiger Zeit wegen vieler polemischer Bemerkungen in der Kritik. So sagte er beispielsweise dem rechtskonservativen Magazin „Compact“, dass die Diskriminierung von Frauen für muslimische Männer „fast zu den genetischen Grundbausteinen“ gehöre.

Zudem wurden in der Dienstakte des 60-Jährigen erhebliche Ungereimtheiten entdeckt. Nach einem Bericht des ARD-Magazins „Report München“ soll Wendt jahrelang eine Besoldung als Hauptkommissar erhalten haben, obwohl er dieser Tätigkeit nie nachgekommen war. Konkret steht der Vorwurf im Raum, dass der gebürtige Duisburger zwar immer intensiver für die Polizeigewerkschaft tätig war, sich aber keinesfalls dauerhaft von seinem Polizeidienst befreien lassen hatte. Inzwischen läuft ein Disziplinarverfahren gegen Wendt.

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