Jazz-Legende Jimmy Cobb ist tot


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Jimmy Cobb – einer der großen Schlagzeuger des Jazz – ist tot. Der Musiker verstarb am 24. Mai 2020 im Alter von 91 Jahren in New York.

Letztes lebendes Mitglied von Miles Davis‘ „Kind Of Blue“

Cobb war das letzte lebende Mitglied des Ensembles, das mit Miles Davis dessen wegweisendes Album „Kind Of Blue“ – eines der größten Jazz-Alben aller Zeiten – einspielte.

 Zusammenarbeit mit Größen der Jazzgeschichte

Wilbur James Cobb wurde am 29. Januar 1929 in Washington, D.C. geboren. Er erlernte das Schlagzeugspiel an der Highschool in Boston, das Meiste brachte er sich autodidaktisch teil.

Cobb arbeitete im Laufe seiner vielen Dekaden umspannenden Karriere mit großen Namen zusammen – zunächst mit Billie Holiday, später auch mit Stan Getz, Dizzy Gillespie und Cannonball Adderley. Fünf Jahre lang gehörte er auch zur Stammbesetzung von Miles Davis. Cobb war neben dem Jahrhundertwerk „Kind Of Blue“ auch auf Alben wie „Sketches Of Spain“, „Porgy Und Bess“ und etlichen anderen Longplayern von Davis zu hören. Auch auf dem Album „Giant Steps“ des Saxophon-Giganten John Coltrane ist Cobb verewigt – zu hören ist er auf dem Stück „Naima“. Außerdem spielte er mit Wes Montgomery und Sarah Vaughan.

Prägender Musiker

Cobbs Schlagzeugspiel prägte Generationen an Musikern. Cobbs Stil wird als Hard Bop bezeichnet, sein Spiel war schnörkellös, geradlinig, hatte jede Menge Swing. Cobb war bis ins hohe Alter musikalisch aktiv. 2009 erfuhr er in den USA die größte Auszeichnung die einem Jazz-Musiker seitens zuteil werden kann: Er wurde zum „NEA Jazzmaster“ ernannt. Sein letztes Album „This I Dig Of You“ erschien 2019.

Dass Cobb schwer erkrankt war, wurde bereits Anfang 2020 bekannt. Wie unter anderem das deutsche Magazin „JazzThing“ berichtete, startete die Tochter des Musikers im Februar einen Spendenaufruf. Cobb sei erkrankt und könne sich die Medikamente und die Pflege nicht mehr leisten. In den ersten Tagen kamen so 50.000 Dollar an Spenden zusammen. Cobb sei zuletzt immer hilfsbedürftiger gewesen.



Die besten Jazz-Alben aller Zeiten: Miles Davis – „Kind of Blue“

Den Jazz-Einstieg für jedermann gibt es nicht. Post-Punk-Fans mag Monks kratzbürstiger Tastensinn reizen, und für Grindcore-Sozialisierte gibt es schließlich Brötzmanns „Machine Gun“. „Kind of Blue“ kriegt uns alle Für Miles spielten die meisten Hardbopper damals zu viel, zu lang und zu schnell. Seine Lösung: modales Spiel statt Akkordhektik, Midtempo, viel Luft zwischen den Noten. Zu den Sessions brachte er nur einige Skizzen, doch die Wahl des Ensembles war eine kompositorische Glanzleistung. Cannonballs Blues trifft auf Tranes waghalsige Läufe, Bill Evans setzt impressionistische Akzente, und Miles’ Trompete hält die Zügel fest. Heute verblüfft, wie aufgeräumt und unbeschwert vom historischen Gewicht dieses…
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