Jon Stewart fragt, warum die Medien Trumps „dauernden Bullshit“ nicht benennen

Der Host schildert, wie der Präsident ein Interview bei „Meet the Press“ abbrach, weil ihm eine Frage nicht passte.

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In der neuesten Folge von „The Daily Show“ beschäftigte sich Jon Stewart mit Donald Trumps Unfähigkeit, mit der Presse umzugehen – nachdem der Präsident am Wochenende ein Interview bei „Meet the Press“ wutentbrannt verlassen hatte.

Stewart spielte einen Clip ein, in dem Trump NBC als „korrupt“ bezeichnete, erklärte, er habe „genug“ davon, und das Gespräch mit Journalistin Kristen Welker abrupt beendete. „Man könnte das als den Wutanfall eines unglaublich zerbrechlichen Mannes-Babys sehen, dessen papierdünne Haut es nicht aushält, den speichelleckenden Schoß seiner Ja-Sager zu verlassen“, sagte Stewart. „Oder … eigentlich fällt mir keine andere Lesart ein. Es ist wirklich genau das. Es ist traurig.“

Zum Auftritt des Präsidenten fügte er hinzu: „Und seit wann geht Trump zu seinem Friseur und sagt: ‚Hey, gib mir den Hugh-Grant-Oompa-Loompa‘?“

Trumps schlimmster Albtraum

Stewart stellte fest, dass Trump zunächst „sichtlich gut gelaunt“ gewesen sei. „Denn das Interview begann wie so viele andere für Trump: vernünftige Frage, absurde Antwort“, erklärte er und spielte einen Clip ein, in dem Trump behauptet, überhaupt nicht an den Krieg zu denken. Das Interview sei dann schnell zu Trumps schlimmstem Albtraum geworden: „eine Frau, die nicht aufhört, relevante Fragen zu stellen.“

Das Gespräch eskalierte, als Trump – mal wieder – behauptete, die Wahl sei manipuliert worden. „Er hat’s rausgekramt!“, rief Stewart aus. „Das Notfall-‚Im-Fall-von-Journalismus-Glas-einschlagen‘. Der EpiPen für den Fall, dass dich die Realität gestochen hat. Aber diesmal, ausgerechnet jetzt, hat seine universelle Raus-aus-dem-Interview-Karte nicht funktioniert.“

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Welker entgegnete, er habe nie Beweise dafür vorgelegt, dass die Wahl 2020 manipuliert worden sei. Trump erwiderte, auch die aktuelle Wahl in Kalifornien sei manipuliert. „Wo sind die Beweise dafür?“, fragte Welker.

Trumps Sicherheitsnetz versagt

Stewart wiederholte genüsslich: „Wo sind die Beweise? Trumps Sicherheitsnetz hat nicht gehalten. Jetzt bleiben ihm zwei Optionen: Erstens, sich damit auseinanderzusetzen, dass seine Behauptungen über eine gestohlene Wahl 2020 noch nie auch nur der geringsten rechtlichen Prüfung standgehalten haben – und dass er trotz sechs Jahren Zeit und seinem eigenen Justizministerium auf Abruf nie einen einzigen glaubwürdigen Beweis oder auch nur eine plausible Theorie vorgelegt hat, wie diese Wahl manipuliert worden sein soll. Oder er wählt Option zwei: Nebelgranate.“

Trump entschied sich für Letzteres und verließ das Interview mittendrin. Stewart schloss: „Vielleicht gibt dieser Moment Journalisten endlich die Erlaubnis, nicht zurückzurudern, es nicht einfach auf sich beruhen zu lassen und weiterzumachen – und endlich ehrlich über Trumps Unfähigkeit zu sein, in der Situation herausgefordert zu werden.“

Der Host spielte dann einen Clip ein, in dem Welker sagte, sie und Trump seien während des Interviews vom Regen abgelenkt worden – was Stewarts Zorn entfachte. „Vielleicht ist es Zeit, dass wir aufhören, für diesen Mann Ausreden zu erfinden, nur um weiterhin Zugang zu seinem dauernden Bullshit zu haben“, sagte Stewart.

Emily Zemler schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil