Joni Mitchell über Neil Young: Rock’n’Roll ist ihm ziemlich fremd


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Die kanadische Folk-Sängerin Joni Mitchell ist bekannt dafür, ihre Meinung, insbesondere in ihren Songtexten ehrlich zu kommunizieren. Doch auch so nimmt die 77-Jährige kein Blatt vor den Mund, wenn es darum geht, zu sagen, was sie denkt. Und so sehen sich hin und wieder auch langjährige Freunde und Kollegen wie etwa Neil Young Kritik ausgesetzt.

Neil Young und Joni Mitchell trafen sich 1964 zum ersten Mal – zu Zeiten einer aufblühenden Folk-Szene in Toronto. Doch um ihren Traum einer Musikkarriere zu verfolgen, verließen sie beide ihre Heimat Kanada und zogen in die USA. In all den Jahren entwickelten die beiden schließlich eine tiefe Freundschaft, die sich auch musikalisch manifestierte. So schrieb Mitchell 1966 beispielsweise den Song „The Circle Game“ über Young. Er wiederum zielte 2019 mit dem Song „Sweet Joni“ mehr als eindeutig auf die Musikerin ab. Sogar auf Mitchells achten Studioalbum „Hejira“ (1976) spielte Young Mundharmonika.

Freundschaft mit Platz für Neckereien

Doch neben viele gemeinsamen Jahren, Projekten und gewidmeten Songs lässt die Freundschaft der beiden auch ein wenig Platz für Neckereien. So sagte Joni Mitchell in Bezug auf Youngs Track ‚Hey Hey, My My‘ einmal: „Weißt du, Neil Young singt Rock n‘ Roll wird nie sterben, dabei hat Neil nie in seinem Leben gerockt und gerollt. Ich meine, er hat geschaukelt, aber er hat nicht gerollt. Er hat keinen Schwung in sich.“

Würde man die beiden in eine Genre-Schublade stecken wollen, dann stünde aber auch fest, dass nicht nur Neil Young, sondern auch Joni Mitchell nicht unbedingt dem wilden Rock n’ Roll zuzuordnen ist, sondern viel mehr dem Country/Folk-Rock. Ob diese Frage aber wirklich geklärt werden muss, scheint ohnehin hinfällig.