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Kritik: Mark Knopfler live in Berlin – Mit drei Fingern zum Glück

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Seine Gabe hat ihn weit gebracht, zu weit vielleicht. Der Bombast in den Achtzigern war ihm nicht geheuer, widerstrebte seiner Gemütsart ­– seine Dire Straits waren ihm schlicht zu groß geworden. Mark Knopfler wird sein zum Mammut gewordenes Projekt nie ganz von sich abstreifen können – dass sich die Dire Straits an diesem Abend wahrscheinlich in derselben Größenordnung der Berliner Mercedes-Benz Arena bewegen würden, weiß der Musiker auch.

Das Konzert ist nahezu ausverkauft, alle wollen den Mann mit den magischen drei Fingern hören. Dann tapselt ein wohlbeleibter Ansager in Union-Jack-Herrenkleid auf die Bühne und kündigt „Mr. Mark Knopfler and Band“ an.

Seine Band sind ganze zehn Männer, die über die Show verteilt zusammen mit ungefähr 50 Instrumenten hantieren. Mark Knopfler hat „nur eines“, wie er später sagt. Davon aber mittlerweile jede Menge. „I used to have one guitar as a teenager. Now there are guitars everywhere“, erzählt er fast verzweifelt – wohin mit den ganzen Gitarren? Richtig gesammelt hat er seine Sechssaitigen zwar nie, aber mit der Zeit kommen einfach einige dazu. „I have cheap ones and I have expensive ones. This one is expensive“, feixt Knopfler und gibt seiner silbrigen Dobro einen Kuss auf den Korpus.

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Die ewige Liebe zur Gitarre ist der rote Faden bei seinen Konzerten, in Knopflers Fall die goldene Patina, die der Gitarrist in die 30.000 Ohrmuscheln gießt. So bei „Sailing To Philadelphia“, wenn das bloße Umhängen seiner rot kandierten Stratocaster für Applaus sorgt. Der Ton ist da, der Sound auch – es ist Mark Knopfler, der hier E-Gitarre spielt. Es folgt mit „Once Upon A Time In The West“ der erste Dire-Straits-Song, den der britische Songwriter dort als „seltene Perle“ für Kenner platziert hat. Er interpretiert den Eröffnungstrack von „Communiqué“ mit seiner Band als Reggae, der zwar nicht wirklich tight ist, aber doch irgendwie groovt. Und da wird klar: Die Truppe freut sich einfach, mit Mark Knopfler jammen zu dürfen. Zu seiner Rechten singen auch keine tänzelnden Exotinnen, sondern zwei schaukelnde Keltenkobolde, die mit Banjo und Dudelsack für das folklorische Klangregister verantwortlich sind.



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