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„Where The Wild Roses Grow“: Kylie Minogues Wiedergeburt als Wasserleiche


Es war ja immer ein bisschen unheimlich, welche hochmögenden Apologeten die puppenhafte Kylie Minogue in ihren Bann zog. Nach der Emanzipation von der Dreifaltigkeit Stock-Aitken-Waterman wurde sie zur Allegorie kecker Unschuld verklärt.

Auf ihre leere Kunstfigur ließ sich alles projizieren: die Kindfrau als ikonographische Heilige, der Glamour und Liebreiz der Lolita als Fetisch. Mal huschte sie in transparentem weißem Kleidchen über den Strand, dann schmuste sie schwül mit plüschigen Schoßhündchen. Musik fabrizierte Kylie weiterhin, die Teenager aber hatte sie verloren. Da wächst nichts nach.

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Dass Nick Cave, ein australischer Landsmann, bei seiner Ballade „Where The Wild Roses Grow“ an Kylie dachte, ist immerhin eine kühne und herrlich unseriöse Pygmalion-Variation. Von Jason Donovan über Michael Hutchence zu Cave: So wird Kylie Minogue unter anschwellendem Hohngelächter zur Diseuse, so verliert sie sich endgültig.

Kylie Minogue ist bei diesem elegischen Duett die beste Fehlbesetzung, die sich denken lässt

Es geht mal wieder um einen Mord. Einen Lustmord, sollte man meinen, und das inszenieren die beiden Poseure im Wechselspiel ganz vortrefflich. So manieriert wie Cave ist Kylie schon lange, und der Gönner hat auch keine Mühe mit der Eloge auf sein Mündel: „Es ist für sie ein gefährlicher Song. Sie ist mit diesem Projekt ein großes Risiko eingegangen, und das bewundere ich.“

Und ist das Stück herzzerreißend? Ja, ist es. Bald erscheint ein Cave-Album mit lauter Mörder-Balladen. Für Kylie Minogue kann es bloß als Selbstmord enden.

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