Lebende für tot erklärt: DAS ist die größte Oscar-Panne, nicht die des „Besten Film“


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Die (Film-)Welt macht sich darüber lustig, wie es zur Oscar-Panne kommen konnte, bei der die Präsentatoren Waren Beatty und Faye Dunaway beim Award-Finale nicht „Moonlight“, sondern „La La Land“ zum „Besten Film“ ausriefen.

Eine Panne, die geradezu pietätlos und damit viel schlimmer ist, fand weit vorher statt: Bei der traditionellen „In Memoriam“-Montage, bei der der Toten des vergangenen Jahres gedacht wird, hat sich das Foto einer Lebenden in den Clip geschlichen.

https://youtu.be/lem0grP8WzM

Zu den Klängen von Joni Mitchells „Both Sides Now“ wurden Bilder von u.a. Mary Tyler Moore, Debbie Reynolds, Carrie Fisher, John Hurt, Gene Wilder, Patty Duke, Anton Yelchin und Zsa Zsa Gabor eingeblendet.

Chapman statt Patterson

Zu den Verstorbenen gehört auch die australische Kostümdesignerin Janet Patterson, die für ihre Arbeiten in „The Piano“, „The Portrait Of A Lady“, „Oscar And Lucinda“ sowie „Bright Star“ Oscar-nominiert wurde. Im vergangenen Oktober verstarb sie.

Nur wurde nicht das Foto Pattersons gezeigt – sondern das einer Kollegin. Zu sehen war die australische Produzentin Jan Chapman, die mit Patterson im „Piano“ und in „Bright Star“ zusammenarbeitete.

„Bin erschüttert“

In einer Mail an „Variety“ schrieb Chapman, dass sie „erschüttert“ sei wegen des Fehlers, und weil kein Bild ihrer „großartigen Freundin Janet Patterson“ genommen worden sei. „Ich stand noch in Kontakt mit ihrer Agentur, damit sie der Academy ein geeignetes Bild von ihr schicken – es klang so, als hätte die Academy bereits ein passendes Foto parat. Ich bin sehr enttäuscht darüber, dass der Fehler unbesprochen geblieben ist.“

 Ich bin gesund und als Produzentin aktiv

In ihrer Einführungs-Rede vor der „In Memoriam“-Montage würdigte Jennifer Aniston den verstorbenen Bill Paxton. Er starb einen Tag vor der Verleihung und konnte nicht mehr im Video erwähnt werden.


zum Beitrag auf Rolling Stone