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Oscar-Analyse

Es ist nicht alles la-la-la: Ein Fauxpas bei der Oscar-Verleihung

Es folgte alles der vorgegebenen Dramaturgie: Jimmy Kimmel machte souverän seine Witze, er ironisierte die „überschätzte“ Meryl Streep, scherzte über „Mean Tweets“, verarschte Matt Damon und verzog keine Miene. „Moonlight“ hatte für den besten Nebendarsteller und das beste adaptierte Drehbuch gewonnen, „La La Land“ in sechs Kategorien, darunter zweimal der Komponist Justin Hurwitz. Damien Chazelle war als bester Regisseur ausgezeichnet worden, mit 32 Jahren der jüngste Regisseur, der je einen Oscar gewann.

Das Unheil nimmt seinen Lauf

Nun kommen Faye Dunaway und Warren Betty auf die Bühne, das Paar aus „Bonnie und Clyde“, 50 Jahre später. Beide haben starre Gesichter, sie sehen ein bisschen weniger alt aus, als sie sind, aber echsenhaft auf eine Weise, dass man darüber nachdenkt, dass sie eigentlich älter aussehen müssten. Dunaway sagt professionell etwas zum besten Film auf, Beatty hält eine winzige Rede auf die Wahrheit in der Politik und in der Kunst und das beide dasselbe wollen, was ja nicht stimmt.

Er wirkt sediert, er sagt zweimal so etwas wie „Ja“, er sagt: „Let’s get to the movies“ und öffnet den Umschlag. Er liest. Er zögert. Dunaway drängelt und lacht, sie glaubt, dass er den Moment hinauszögern will. Dann hält Beatty ihr den Umschlag hin. Dunaway verkündet mit fester Stimme: „La La Land“. Sie nennt nicht die Produzenten. Noch einmal ertönt die Erkennungsmelodie des Films, aus dem Off ist zu hören, dass „La La Land“ 14 Nominierungen hatte und  sechs Preise gewonnen hat. Die Produzenten treten an Mikrofon, sie halten ihre Dankesreden.

Faye Dunaway (L) und Warren Beatty verkünden den falschen Siegerfilm
Faye Dunaway (L) und Warren Beatty verkünden den falschen Siegerfilm

Einer der Produzenten kommt dann mit einem Umschlag nach vorn und sagt: „,Moonlight‘ hat gewonnen. Kein Scherz.“ Und er hält die Karte hoch, auf der „Moonlight“ steht. Jimmy Kimmel tritt hinzu und sagt, er müsse Warren Beatty die Schuld geben. Warren Beatty geht ans Mikrofon und erklärt sehr ruhig, er habe gezögert, weil auf der Karte „Emma Stone“ und „La La land“ standen. Emma Stone hatte zuvor den Oscar für die beste Hauptdarstellerin bekommen.

Kevin Winter Getty Images


Oscar-Verleihung könnte 2021 wegen Corona auf Eis gelegt werden

Es ist ein schwieriges Jahr für die Filmbranche! Aufgrund der Corona-Pandemie sind weltweit die Kinos geschlossen, Filme können nicht gezeigt werden - auch Filmproduktionen ruhen wegen der Ansteckungsgefahr. Das wird sehr wahrscheinlich auch Auswirkungen haben auf den Zeitplan der Academy Awards. Der Oscar wird seit Jahrzehnten im ersten Quartal des Jahres verliehen, zuletzt immer früher im Jahr. Wie „Variety“ berichtet, gibt es nun Pläne, die Veranstaltung zu verschieben. Das erzählte dem Blatt ein Insider. Oscar-Verschiebung: Entscheidung noch nicht getroffen „Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie verschoben wird“, teilte eine Quelle dem Fachblatt mit, ergänzte aber, dass es dazu erst Gedankenspiele…
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