Hasen, Hits und Hühner-Erzeugnisse: 10 Pop-Ostereier

Hasen, Hits und Hühner-Erzeugnisse: 10 Pop-Ostereier

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Die folgende Liste legt erstaunliche Erkenntnisse ins Osterkörbchen. Denn wenn das fünfte Stück Rübli-Torte bereits an seiner Wiederauferstehung arbeitet (wegen: speiübli) und man zur gastralen Ablenkung schon darüber sinniert, warum der Osterhase in der Öffentlichkeit denn immer noch diese unförmigen Latzhosen anstatt der logischen Karottenjeans trägt, dann ist es an der Zeit für ein paar popmusikalische Überraschungseier:

1. Pilzkopf mit Eierkopf-Lyrics

Paul McCartney hatte die Melodie zu „Yesterday“ zunächst mit Dummy-Lyrics ausgestattet, unter dem Arbeitstitel „Scrambled Eggs“; und auch der „egg man“ (jetzt bloß nicht an die gehörgangparasitäre Nummer von Klaus & Klaus denken…klingelingeling!) findet im Beatles-Klassiker „I Am The Walrus“ Erwähnung. Das wäre heutzutage schwierig – McCartney lebt schließlich seit langem vegan – und sieht deswegen angeblich 10 Jahre jünger, also praktisch wie aus dem Ei gepellt aus.

The Beatles – „Yesterday – live from Studio 50, NYC“ (1965)

https://www.youtube.com/watch?v=wXTJBr9tt8Q

2. Überraschungs-Ei von Travis

Eier haben es grundsätzlich nicht leicht, das sollte man sich gerade an Ostern mal wieder ins Bewusstsein rufen. Sie werden in die Pfanne gehauen, abgeschreckt, geköpft und geschlagen, bis sie steif sind. Weil Travis schon immer eine grundsympathische und sozial eingestellte Band waren, haben sie im Video zu ihrer Byrds-meet-Big-Star-inspirierten, in nur 25 Minuten aufgenommenen Nummer „Coming Around“, die als Stand-alone Single zwischen „The Man Who“ (1999) und „The Invisible Band“ (2001) veröffentlicht wurde, einem dieser geschundenen Eggberts die Hauptrolle verehrt. Es wird zwar auch herausfordernd, aber am Schluss gibt es eine Überraschung…

Travis – „Coming Around“ (2000)

https://www.youtube.com/watch?v=WEyHoceaPHw

3. Osterbrunch mit Korn

Es gibt unzählige Varianten der Eierzubereitung: u.a. Spiegelei, Egg Benedict, Rührei, gefülltes Ei, pochiertes Ei, weichgekochtes Ei. Apropos: „Korn rechnen mit den Weicheiern ab“, titelte eine (mittlerweile verblichene) amerikanische Musikzeitschrift in den späten Neunzigern – ein Kaufanreiz, dem auch Ben Folds nicht widerstehen konnte. Als er die Zeitschrift zuhause aufschlug, stellte sich jedoch schnell heraus, dass mit den „Weicheiern“ Folds‘ eigene Band, Ben Folds Five, gemeint war. „Ben Folds Five sucks“, wurde Jonathan Davis da in fett gedruckten Lettern zitiert. Im Videoclip zu „Rockin‘ The Suburbs“ revanchiert Folds sich: Ab der 4-Minuten-Marke gibt es eine „Hommage“ an das „Freak On A Leash“-Video von Korn zu bestaunen, in der unzensierten Version ist zudem kurz „Korn sucks“ zu lesen. Diese Aussage können die (oster-)eierproduzierenden Hennen allerdings nicht bestätigen. (Bonusinfo: Ab 2:06 ist ‚Weird Al‘ Yankovic zu sehen, der bei dem Video Regie geführt hat.)

Ben Folds – „Rockin‘ The Suburbs“ (2001)

https://www.youtube.com/watch?v=34u_3Z9_LUw

4. Ostermarsch aufs Albumcover

Im „Rockin‘ The Suburbs“-Video (ab 0:41, um genau zu sein) trägt Ben Folds ein Shirt der kanadischen Rockband Rush – was elegant zum österlichen Thema zurückführt, denn: Auf dem Cover deren Platte „Presto“ (1989) sind gleich mehrere Hasen abgebildet, und während der Tour zum Album wurde die Bühne links und rechts von überdimensionalen Bunnys eingerahmt. Das Vorkommen von Veröffentlichungen mit Hasen-Artwork entspricht ungefähr der Reproduktionsfreudigkeit dieser possierlichen Tierchen. Zu den besonders schönen Cover-Exemplaren gehören „Jump!“ von Van Dyke Parks, „Shameless“ von Therapy? und „Hello Young Lovers“ von Sparks. Ei-Cover sind dagegen schon seltener – zu den bedeutendsten zählen „A Ghost Is Born“ von Wilco, „Cosmic Egg“ von Wolfmother und „It’s Blitz“ von den Yeah Yeah Yeahs.

5. Osterbrot-Verwandtschaft im Hasenkostüm

Osterbrot hat einen Fettanteil von 14,9 g auf 100 g. Mit anderen Worten: keine Konkurrenz für König Boris, Doc Renz und Björn Beton alias Fettes Brot, die 1996 für ihr Video zu „Mal sehen“ (das Lied, an dem auch Eißfeldt, heute bekannt unter dem Namen Jan Delay, mitgewirkt hat) in Hasenkostüme schlüpften.

Fettes Brot – „Mal sehen (feat. Eißfeldt)“ (1996)

https://www.youtube.com/watch?v=BsDBy7RJY3w

6. Heimische Hasen

Einige ihrer deutschen Kollegen ließen es sich nicht nehmen, einen Hasen gar aufs Albumcover zu nehmen. Annett Louisan etwa hält auf dem Artwork zu ihrem Werk „In meiner Mitte“ (2011) ein prachtvolles Exemplar im Arm. Edo Zanki platzierte 1979 für das Coverartwork seiner Single „Mae’s Hotel“ einen dekorativen Rammler auf dem Flügel und Zankis Buddy Xavier Naidoo veröffentlichte 2009, also direkt nach dem in der Kategorie „Albumbetitelung“ kreativen Höhepunkt seiner Karriere („Wettsingen in Schwetzingen“), das Album „Alles kann besser werden“, dessen leicht verstörendes Cover auch einen Hasen zeigt.

7. Popmusikalisches Hasenjahr im Jahr des Büffels

2009 war auch international ein Hasenjahr in der Popmusik (im chinesischen Horoskop jedoch enttäuschenderweise nur Jahr des Büffels): Robbie Williams trug im Video zu „You Know Me“ ein herziges Hasenkostüm, und dann war da auch noch der damals 22-jährige Italo-Schotte Paolo Nutini, dessen Stimme bereits zu dieser Zeit so reif und lebenserfahren klang, als würde sie zu einem gestandenen Mann gehören, der von Erster Hilfe bis zum Offenbarungseid schon alles geleistet hat. Paolo teilte sich die Hauptrolle im Video zu seiner Single „Coming Up Easy“ mit seinem besten Kumpel, einem Hasen in Menschengröße. Nutini nannte Hasi „Harvey“ – eine Anspielung auf den gleichnamigen amerikanischen Film aus dem Jahr 1950, in dem ein zu Genussmittelkonsum neigender Mann mit einem nur in seiner Wahrnehmung existierenden Hasen regelmäßig um die Häuser zieht. Nutini thematisiert in dem Song auch einen gewissen Gras-Genuss – kein Wunder, dass ihn niemand so gut versteht wie sein imaginärer Freund, der Hase. Passend zur österlichen Kulinarik hieß das Album zum Lied im Videoclip „Sunny Side Up“ – so wird im anglo-amerikanischen Raum das Standardspiegelei bezeichnet, bei dem der Eigelbpool nach Anstich zerfließt.

Paolo Nutini – „Coming Up Easy“ (2009)

https://www.youtube.com/watch?v=FIQ2Rxh1k9Y

8. Langohren-Action!

Keine Hasen-Liste ohne das britische Garage-Bluesrock-Duo Royal Blood! Im Herbst 2017 veröffentlichten sie das dystopische Video zu „How Did We Get So Dark?“, in dem ausgerechnet weiße Kaninchen (die natürlich auch zur Familie der Hasen gehören) das Wertvollste überhaupt sind und mit entsprechend (royal-)blutrünstiger Vehemenz umkämpft werden. Noch eindrucksvoller ist der Hasen-Action-Clip zu „Out Of The Black“ (2014). Beide Videos hat übrigens das Produktionsteam The Sacred Egg gedreht.

Royal Blood – „How Did We Get So Dark?“ (2017)

https://www.youtube.com/watch?v=sbx95gBb5HM

Royal Blood – „Out Of The Black“ (2014)

https://www.youtube.com/watch?v=bSdtvfBQd6c

9. Taylor Swifts Ostereier-Faible

Als „Easter Eggs“ werden Anspielungen (nicht nur) in Musikvideos bezeichnet, die man eventuell erst beim zweiten Hinsehen dechiffriert. Taylor Swift ist sehr aktiv in dieser Disziplin – zu ihrem aktuellen Video, „Delicate“, gibt es bereits ausführliche Easter-Egg-Studien.

Die versteckten Anspielungen im Video zu „Delicate“(2018) werden hier erklärt

Tradition hat im Hause Swift auch der Ostereier-Battle mit Taylors Bruder Austin

https://www.youtube.com/watch?v=mCdYsbBsTuU

10. SoKo Bunny

Auffällig ist, dass die holde Weiblichkeit im Hasenkontext deutlich unterrepräsentiert ist (mal davon abgesehen, dass Lady Gaga in Interviews verriet, dass sie in der Schule dentalkausal bedingt „Hasenzahn“ genannt wurde). Eventuell sind Bedenken, gleich in die Playboy-Bunny-Ecke verfrachtet zu werden, dafür verantwortlich. Die französische Sängerin SoKo sieht das hingegen ganz cool und hat sich selbst und einer Dame, die für ein potenzielles Playboy-Fotoshooting nicht mehr viel ausziehen müsste, im Video zu „Ocean Of Tears“ dekorative Hasenköpfe übergestülpt.

SoKo – „Ocean Of Tears“ (2015)

https://www.youtube.com/watch?v=DXGN6DoeuU8

 

Sony Music

Weitere Highlights

Exklusive Videopremiere: Philip Bradatsch - „Radiator“
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Es gibt wohl kaum einen Musiker, der so oft auf den Bühnenbrettern steht wie Philip Bradatsch. Der Musiker bespielt Jahr für Jahr gleichsam ranzige Kellerbühnen wie schicke Indieläden und lässt kein kleineres und größeres Festival aus. Am 27. April erscheint sein neues Album „Ghost On A String“. Es ist die erste Soloeinspielung des Musikers, der zuletzt auch Eric Pfeil auf Tour begleitet hat. Auf der Platte erzählt Bradatsch Geschichten von Heizkörpern, die Herz und Seele wärmen mögen, von den Outsidern, den Abgehängten, von der Zukunft, die vielleicht trotz allem gut wird. Von explodierenden Sternen, von der Liebe, von der Absurdität,…
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