Marilyn Manson: Steckte er seine Opfer in eine Gefängniszelle aus Glas?


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Die Vorwürfe gegen Marilyn Manson wegen sexuellem Missbrauchs an ehemaligen Freundinnen und Mitarbeiterinnen stehen seit Langem im Raum. Mehr als ein Dutzend Frauen haben Brian Warner, so sein bürgerlicher Name, mittlerweile verklagt. Dieser lässt alle Vorwürfe von seinen Anwälten von sich weisen. Ähnlich wie im Fall R. Kelly gibt er an, alle Beziehungen wären „einvernehmlich“ gewesen.

Nun hat der US-amerikanische ROLLING STONE eine ausführliche Recherche veröffentlicht, für die 55 Interviews geführt wurden. Einige der Betroffenen hatten sich zuvor nie öffentlich geäußert. Aus den persönlichen Geschichten wird deutlich, dass sich hinter dem sorgfältig kultivierten Schockrocker-Mythos „ein Monster in Sichtweite“ versteckte, so die Autoren. Einige der Quellen beschreiben eine Eskalation der Ereignisse. Nach heftigen verbalen Ausfällen gegen seine Mutter brüstete sich Warner bereits in den 1990er-Jahren mit Sex-Videos aus privaten Beziehungen. Seine rasante Karriere als Kunstfigur Marilyn Manson hätte seine Manie immer weiter verstärkt.

All das gipfelt im sogenannten „Bad Girls‘ Room“. Ein schalldichtes, gläsernes Gehäuse, in das er Frauen in seiner Wohnung in West Hollywood als Bestrafung einsperrte. „Er erwähnte diesen Raum stets in einem scherzhaften, prahlenden Ton“, wird Warners ehemalige Assistentin Ashley Walters zitiert. Auch Walters wirft ihrem ehemaligen Chef sexuelle Übergriffe vor. 2011 hatte Warner gar in einem Interview mit dem V-Magazine über die Glaszelle erzählt. Im Mai 2021 sagte Ashley Morgan Smithline dem „People Magazine“, er habe sie in diesen Raum gesperrt, als sie ihn „verärgert“ habe.

Im Februar 2021 berichtete Singer/Songwriterin Phoebe Bridgers von einem früheren Besuch in seiner Wohnung. Ihr gegenüber sprach er von „Rape Rooms“, was sie damals für „ekelhaften Oberschüler-Humor“ hielt. Eine weitere frühere Assistentin von Warner gab gegenüber dem ROLLING-STONE-Team an, dass die Existenz des Raumes allgemein bekannt gewesen sei. Doch sie könne nicht bezeugen, dass jemand darin eingesperrt war.