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Melancholie unterm Weihnachtsbaum: Bill Murray wünscht auf Netflix „A Very Murray Christmas“


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Der liebliche Duft von Lebkuchen und Räucherkerzen, das erwärmende Flackern von Kerzenlicht, der Klang ruhig dahinfließender Musik, das aufregende Knistern von Geschenkpapier – diese Zeichen läuten von Besinnlichkeit, von Freude, von Harmonie, ja, von Weihnachten. Bill Murray umfängt inmitten einer solch heimeligen Atmosphäre jedoch eine tiefe Melancholie.

In dem am Wochenende exklusiv auf Netflix veröffentlichten Special „A Very Murray Christmas“ (inszeniert von „Lost In Translation“-Regisseurin Sofia Coppola) bezirzt er seine Zuschauer nicht mit weihnachtlicher Hochstimmung und Unbeschwingtheit, sondern mit der Schwere seines Herzens. Die Geschichte, die erzählt wird, ist simpel und fährt mit allen saisonal typischen Attributen wie Kunstschnee, reichhaltigem Essen und gemeinsamem Singen auf.

Auch viel Alkohol will die Schwermut nicht vertreiben

Murray ist Moderator einer Fernsehshow, die allerdings aufgrund eines Schneesturms ohne Galagäste auskommen muss. In seiner unfreiwilligen Einsamkeit übersingt er die Leere seiner Sendung und vielleicht auch die seiner Seele. Doch das gelingt nur temporär. Ein Stromausfall bereitet der Einlage ein jähes Ende.

Schließlich nimmt der Gastgeber mit den übrigen Anwesenden ein Weihnachtsmahl ein, welches mit Ausnahme seiner selbst alle glücklich stimmt. Murray jedoch bleibt schwermütig, was er auch mit viel zu viel Alkohol nicht zu verdrängen vermag.

Dennoch stellt sich eine berauschende Wirkung in Form eines bunten Traumes ein. Darin sieht sich er sich umgeben von Miley Cyrus, George Clooney und einigen attraktiven Frauenbeinen. Schließlich bricht der Morgen und mit ihm der erste Weihnachtstag an. Passend dazu läuft im Hintergrund der Klassiker „We Wish You A Merry Christmas“ und analog zu Murrays Traurigkeit endet das Lied auf einem Mollakkord, schwer, dunkel, betrübt, aber dennoch schön.

https://www.youtube.com/watch?v=XJP3db3R014


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