Darum zieht sich Netflix aus Warner-Bieterkrieg zurück
Die Streaming-Co-CEOs erklären: Der Deal war stets ein „Nice-to-have“ – kein „Must-have“ zu jedem Preis. Jetzt hat Paramount freie Bahn.
Netflix hat sich aus dem Bieterkrieg um die Übernahme von Warner Bros. Discovery (WBD) zurückgezogen und lehnt es ab, sein Angebot zu erhöhen, um dem höheren Gebot des Konkurrenten Paramount Skydance entgegenzuhalten, das diese Woche von David Ellison vorgelegt wurde.
In einem am Donnerstag veröffentlichten Statement gaben Netflix-Co-CEOs Ted Sarandos und Greg Peters ihre Entscheidung bekannt und erklärten, dass „der Deal zum Preis, der nötig wäre, um das jüngste Angebot von Paramount Skydance zu matchen, finanziell nicht mehr attraktiv ist.“
„Die Transaktion, die wir ausgehandelt hatten, hätte für die Aktionäre Wert geschaffen und einen klaren Weg zur regulatorischen Genehmigung eröffnet“, so die Co-CEOs des Streaming-Giganten. „Wir sind jedoch stets diszipliniert vorgegangen – und zum Preis, der nötig wäre, um das jüngste Angebot von Paramount Skydance zu matchen, ist der Deal finanziell nicht mehr attraktiv. Daher verzichten wir darauf, das Angebot von Paramount Skydance zu übertreffen.“
Ellisons Milliarden-Gegenangebot
Im Dezember schien Netflix kurz davor, einen Großteil des WBD-Geschäfts zu übernehmen – darunter HBO und das Warner-Bros.-Filmstudio –, und zwar für 83 Milliarden Dollar. Daraufhin lancierte Ellison, Tech-Erbe und Sohn von Oracle-Milliardengründer Larry Ellison, ein Übernahmegebot über 111 Milliarden Dollar. Das Angebot sah einen Kaufpreis von 31,00 Dollar je WBD-Aktie in bar vor (Netflix hatte ursprünglich 27,75 Dollar je Aktie geboten) und umfasste zudem die Übernahme der Vertragsstrafe von 2,8 Milliarden Dollar, die Warner Bros. an Netflix hätte zahlen müssen.
Nachdem Netflix das Feld geräumt hat, ist der Weg für Ellisons Paramount frei, den Kampf um den globalen Medienkonzern zu gewinnen – ein Unternehmen, das lukrative IPs für Franchises wie „Harry Potter“, das DC Universe, Looney Tunes, Scooby-Doo, „Fifty Shades of Grey“ und „The Lord of the Rings“ besitzt.
Offiziell besiegelt ist die Vereinbarung zwischen Paramount Skydance und WBD allerdings noch nicht – sie bedarf noch der Genehmigung durch US-amerikanische und europäische Regulierungsbehörden.