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Die Streifenpolizei - der Podcast für Film & Serien vom Rolling Stone & Musikexpress
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Happy Birthday, Nicolas Cage: Dies sind seine zehn besten Schauspiel-Leistungen


Eine Oscar-Auszeichnung verändert jede Schauspieler-Laufbahn, aber nur bei wenigen Darstellern sind die Brüche in der Filmografie so markant wie bei Nicolas Cage, der am 7. Januar seinen 55. Geburtstag feiert. 1996 erhielt er die Trophäe als „Bester männlicher Hauptdarsteller“, leider für das seichte „Leaving Las Vegas“.

Davor jedoch war er als Schauspieler geradezu abgemeldet, lief in Komödien wie „Tess und ihr Bodyguard“ oder „2 Millionen Dollar Trinkgeld“ durch die Kulissen. Doch mit der Oscar-Paraderolle – jemand spielt nicht nur einen Alkoholiker, sondern gar einen todgeweihten Alkoholiker – hatte er die Herzen der Academy-Mitglieder erobert. Cages einziger hoch gehandelter Konkurrent in dem Oscar-Jahr war Sean Penn in „Dead Man Walking“, ein Filmplädoyer gegen die Todesstrafe; allerdings war Penn der Jury wohl noch zu links.

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Dabei fing Cages Rollenwahl viel versprechend an – wenn auch durch Schützenhilfe. Als Neffe des Regisseurs Francis Ford Coppola erhielt er Auftritte in dessen Filmen „Rumble Fish“ (1983), da war er 19, und „Cotton Club“ (1984); sowie eine größere Rolle, als Liebhaber und später Hausmann im Zeitreise-Drama „Peggy Sue Got Married“, 1986 an der Seite von Kathleen Turner. Zumindest den prominenten Nachnamen legte Cage früh ab, um es in Hollywood auch so zu schaffen.

Kooperation

Aus Nicholas Kim Coppola wurde prägnanter klingende Nicolas Cage

Das Wortspiel mit dem „Cage“, dem „Käfig“, spielte wohl auch auf sein Streben nach Selbstverwirklichung an, sowie den damit einher gehenden Herausforderungen. Bis heute ist Cage am besten in den Rollen, die ihn passiv-aggressiv zeigen, mit gelegentlichen Ausbrüchen gegenüber Autoritäten.

Dazu gehören seine Leistungen in „Rumble Fish“ ebenso wie in David Lynchs blutiger „Zauberer von Oz“-Variation „Wild At Heart“ (1990). Hier entwickelte Cage auch sein Markenzeichen, den stieren Blick, den er minutenlang in die Kamera richten konnte, und der ein Inferno ankündigte. Er startete also früh als Rebell, erst in den Jahren vor dem Oscar sattelte er auf Komödien um.

Nach seinem Oscar fing Cage an richtig zu verdienen. Er präsentierte sich mit plötzlich dichtem Haar und wirkte in Blockbustern mit, schlimme Michael-Bay-Produktionen wie „The Rock“ oder „Con Air“, sein Tiefpunkt, aber auch in ausgeklügelten Action-Dramen wie John Woos „Face/Off“. Cage prägte den Action-Typus der Neunziger: klug, einfühlsam und trotzdem harte Hand. Muskelpakete wie Stallone und Schwarzenegger, Giganten der Achtziger, waren damit erst einmal weg vom Fenster. Aber auch Cage wurde seltener in guten Rollen besetzt.

Leidensdruck und Parodie

Mit 55 gilt Nicolas Cage fast schon als Veteran – eigentlich war er das mit 40 schon, als er seinen besten Auftritt ablieferte, 2002 in Spike Jonzes „Adaptation“. Darin verkörperte er ein Zwillingspaar, die Drehbuchautoren Charlie und Donald Kaufman, die sich selbst hassen und von allen gehasst werden. Cage zeigte einen Leidensdruck, aus dem jahrzehntelanges Elend sprach. Seine bislang letzte große Rolle, in Werner Herzogs „Bad Lieutenant“ (2009), war nicht weniger intelligent. Er parodierte sich darin einfach selbst: Er schrie, gierte und setzte seinen irren Blick auf. Spielte einen Cop, der auf beiden Seiten des Gesetzes hantierte. Dass man dabei nicht nur den „bösen Lieutenant“ vor sich stehen sah, sondern scheinbar den echten Nicolas Cage, spricht für ihn.


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