Literaturnobelpreis: Bob Dylan muss doch noch eine Rede halten, um sein Preisgeld zu erhalten


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Bob Dylan ist – wie angekündigt – nicht nach Stockholm gefahren, um am vergangenen Wochenende persönlich seinen Literaturnobelpreis entgegenzunehmen. Stattdessen schickte er Patti Smith vor, etwas zu singen. Die Sängerin war wohl aufgeregter, als es Dylan je gewesen wäre, wenn er doch zugesagt hätte. Außerdem leitete der Songwriter ein Grußwort weiter, in dem er sich für die seiner Meinung nach niemals erwartete Ehre bedankte und dabei im selben Atemzug mit einer intellektuell höchst unterhaltsamen Volte auch noch mit Shakespeare verglich. Mehr kann man wohl nicht machen, ohne anwesend zu sein.

Seine Pflicht erfüllt hat Bob Dylan damit allerdings noch nicht. Der 75-Jährige ist zwar nicht persönlich erschienen, um die Auszeichnung des Nobelpreiskomitees entgegenzunehmen. Auf die 870.000 US-Dollar Preisgeld will er aber dennoch nicht verzichten, wie er der Akademie schon im Vorhinein mitgeteilt hatte. Die sieht in solch einem Fall eine Regelung vor, die Preisträger dazu verpflichtet, sechs Monate nach Ernennung (im Fall Dylans war das der 12. Oktober 2016) in Schweden eine Preisrede vor Publikum zu halten.

Nobelpreisrede bei Konzerten in Schweden

Wie es der Zufall so vorsieht, wird der Sänger im April drei Konzerte in dem skandinavischen Land absolvieren, zwei in Stockholm (am 01. und 02. April) und in Lund (am 09. April), wie Sara Danius vom Nobelpreiskomitee in Stockholm der Nachrichtenagentur Reuters mitteilte. Sie erwartet, dass Dylan an einem der Termine seine Rede halten wird.