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Kein Oscar mehr für den „Besten Film“ ohne Diversität!


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Seit vielen Jahren steht die Academy of Motion Picture Arts and Sciences unter Druck, die eigenen Richtlinien zu ändern, um nicht mehr als weißer Altherren-Club zu erscheinen. Während das Gremium in der jüngeren Vergangenheit bereits weiblicher und farbiger wurde (inzwischen sind 32 Prozent der Stimmberechtigten Frauen, 16 Prozent sind nicht-weißer Hautfarbe), klang die Kritik an vielen Oscar-Entscheidungen nicht ab. #OscarsSoWhite wurde etwa 2015 zum prägenden Hashtag.

Während die MeToo-Debatte ebenfalls schon Folgen hatten für die Zulassung mancher Produktionen oder die Nominierung einiger Protagonisten bei den Oscars, plant die Academy nun den nächsten großen Schritt: Anwärter für Oscars in der Kategorie „Bester Film“ müssen künftig Bedingungen erfüllen.

Diversität bei den Oscars: Zwei von vier Kriterien müssen erfüllt sein

Den Produzenten stehen dabei mehrere Optionen offen: Erfüllt wären die Kriterien zum Beispiel, wenn eine Darstellerin oder ein Darsteller in einer wichtigen Rolle einer Minderheit angehörte, also asiatischer oder hispanischer Abstammung wäre.

Zusätzlich könnten inhaltliche Bedingungen erfüllt werden. Konkret also könnten Filme Themen behandeln, die sich um Frauen, Minderheiten, Menschen mit Behinderungen oder die LGBTQ-Gemeinschaft drehen. Auch Diversitäts-Quoten am Set stehen zur Auswahl. Insgesamt müssen für eine Nominierung zwei von vier Kategorien erfüllt sein.

Eingereicht werden muss bereits ab 2022, berücksichtigt werden die Bedingungen im Katalog aber erst ab 2024. Zuvor haben sie keine Konsequenzen auf die Verleihung.

Die Diskussionen werden jetzt erst richtig beginnen

2020 erhielt zwar mit „Parasite“ der erste nicht-englischsprachige Film einen Oscar als „Bester Film“, dennoch brach die Debatte um die im Kern Diversität kaum berücksichtigten Voraussetzungen für Nominierungen für die bedeutendsten Preise in der Filmbranche nicht ab.

Nun dürfte allerdings auch die Diskussion beginnen, welche Filme in der Vergangenheit mit den neuen Regeln niemals einen Oscar für den „Besten Film“ hätten gewinnen können – von „Herr der Ringe“ angefangen über „Platoon“ bis hin zu „Ben Hur“.


Gericht bestätigt: Roman Polanski wird aus Oscar-Academy geworfen

Roman Polanski wird sich wohl damit begnügen müssen, in der Oscar-Akademie keine Rolle mehr zu spielen. Ein Gericht in Los Angeles lehnte seinen Antrag ab, nachdem er gegen die Entscheidung der Academy geklagt hatte. Die zuständige Richterin bewertete seinen Rauswurf 2018 wegen Vorwürfen sexuellen Missbrauchs und damit Verstößen gegen die Ethikvorschriften des größten Filmverbands Amerikas als rechtmäßig. In einem Statement hieß es nach Agenturangaben, dass sich die Academy über die Bestätigung des Gerichts freue und dass das Vorgehen gegen den inzwischen 87 Jahre alten Regisseur „fair und angemessen“ gewesen sei. Polanski fühlt sich unverstanden und ungehört Polanski hatte in der…
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