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Pamela Anderson über Weinstein-Skandal: „Du weißt genau, worauf du dich einlässt“


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Mit einem Interview sorgt Pamela Anderson für Unverständnis und Ärger. Die Schauspielerin sagte in der US-Talkshow „Megyn Kelly Today“ , dass alle Opfer von Harvey Weinstein gewusst hätten, worauf sie sich eingelassen hätten. Sie selbst hätte „einfach aufgrund von gesundem Menschenverstand“ sexuellen Übergriffen immer ausweichen können.

Zahlreiche Frauen und Männer – die meisten davon aus der Filmbranche – hatten in den vergangenen Wochen ihre Erfahrungen mit sexuellem Missbrauch und sogar Vergewaltigungen durch Kollegen und Vorgesetzte geteilt. Dem waren die Fälle von Übergriffen durch den Filmproduzenten und Hollywood-Mogul Harvey Weinstein vorausgegangen.

Pamela Anderson, die nach eigenen Angaben als Kind und Jugendliche mehrmals missbraucht wurde, berichtete auch von ihren eigenen Erfahrungen: „Als ich nach damals nach Hollywood kam, bekam ich natürlich auch viele Angebote für private Vorsprechen und andere Dinge, die absolut keinen Sinn machen.“

„Durch gesunden Menschenverstand kann man Übergriffe vermeiden“

Doch durch gesunden Menschenverstand könne man bestimmten Situationen ausweichen, meint die 50-Jährige: „Geh nicht allein auf ein Hotelzimmer. Wenn dir jemand in einem Bademantel die Tür aufmacht, dann geh.“

Anderson ist der Meinung, dass sich die Frauen vor der Belästigung und den Übergriffen hätten schützen können: „Es war bekannt, dass man bestimmte Produzenten und andere Menschen in Hollywood privat meiden sollte. Du weißt, worauf du dich einlässt, wenn du allein in ein Hotelzimmer gehst.“

Hier können Sie das gesamte Interview mit Pamela Anderson sehen:

Die Zuschauer konnten nicht fassen, was sie da hörten und kritisierten Pamela Anderson heftig. Daraufhin sagte ihre Sprecherin dem „Star-Magazin“: „Sie war selbst ein (Missbrauchs-)Opfer. Das Letzte, was sie tun würde, wäre den Opfern die Schuld zu geben. Sie ist eine große Anwältin von Missbrauchsopfern.“

2014 hatte die Schauspielerin sexuellen Missbrauch in ihrer Kindheit öffentlich gemacht. Damals sagte sie, dass sie bei Freunden von einem älteren Jungen vergewaltigt worden sei. Außerdem sei sie von ihrer Babysitterin sexuell missbraucht worden.


#MeToo: Maria Schrader verfilmt Aufdeckung des Weinstein-Skandals

Im Oktober 2017 geriet an die Öffentlichkeit, was lange hinter den verschlossenen Türen der Filmindustrie stattfand. Die Journalistinnen Jodi Kantor und Megan Twohey lösten mit ihren Enthüllungsberichten über US-Filmproduzent Harvey Weinstein die weltweite #MeToo-Bewegung aus. 2019 wurden sie dafür mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Das Buch „She Said“, dass die beiden Journalistinnen 2019 über ihre Enthüllungen schrieben, soll nun auf die Leinwand gebracht werden. Deutsche Emmy-Preisträgerin wird Regie führen Regie soll die deutsche Schauspielerin und Regisseurin Maria Schrader („Tatort“, „Deutschland 83“) führen, die damit zum ersten Mal mit dem Hollywood-Studio Universal Pictures zusammenarbeiten wird. Für Schrader ist es nicht die erste…
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