Panel 2019: Adam Green votet mit


Wenn von Adam Green die Rede ist, darf von „Anti-Folk“, von „Weird Folk“ nicht geschwiegen werden. Mit der Band Moldy Peaches spielt Green Ende der 90er-Jahre in der Wolle gefärbte Folk-Songs, eine Art Pendant zu „Alternative Country“. Green stammt aus Mount Kisko im Staat New York, sein Vater war Dozent an der Columbia-Universität, und als biografisches Kuriosum wird stets angeführt: Er ist der Urenkel von Felice Bauer, jener notorischen Geliebten und Verlobten von Franz Kafka.

Womöglich prägte diese Verwandtschaft Greens sardonischen Humor. Er löste die Moldy Peaches auf, als sie gerade im Schwange waren und „Anti-Folk“ eine Bewegung, der sich für ein paar Jahre junge amerikanische Bands verschrieben, als Williamsburg/Brooklyn zur Musikhauptstadt der Welt wurde. Adam Green nahm 2003 „Friends Of Mine“ auf, eine Platte mit schwelgerischen, verschwenderischen Orchester-Arrangements, eine Crooner-Platte im Stil der 60er-Jahre, auf der Green mit großem Gestus kleine Schweinigeleien und Satiren sang, darunter einen sarkastischen Torch-Song über die heute vergessene Jessica Simpson. Kein Witz, der Amerika gefiel. Randy Newman, Jonathan Richman, Violent Femmes wurden als Referenzen genannt – zu Musik von Burt Bacharach und Jimmy Webb.

 Adam Green wurde ein europäischer Künstler. „Gemstones“, die nächste Platte, wurde richtig erfolgreich in Deutschland, bei Suhrkamp erschien 2005 Greens Gedichtband „Magazines“, später schrieb er die Musik für ein Theaterstück nach Paul Auster, das in Tübingen aufgeführt wurde. Green drehte in New York genialisch wirre und ein bisschen besoffene Reality-TV-Filme, bevor es alle machten. Er nahm weitere Platten auf. 2016 veröffentlichte er „Aladdin“ und einen Film dazu, der „Adam Green’s Aladdin“ heißt. 2019 erschien mit „Engine Of Paradise“ sein jüngstes Album.


Florence And The Machine

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