Hegseth fordert positive Berichterstattung, während die Todeszahl im Irankrieg steigt
Nach dem Tod von sechs weiteren US-Soldaten macht sich Verteidigungsminister Pete Hegseth vor allem Sorgen um negative Schlagzeilen.
Die Zahl amerikanischer Todesopfer im US-israelischen Krieg gegen Iran stieg am Freitag auf 13 – und Verteidigungsminister Pete Hegseth hätte gerne, dass ihm alle sagen, was für einen tollen Job er macht.
Das Verteidigungsministerium gab am Freitag bekannt, dass sechs Besatzungsmitglieder eines Tankflugzeugs vom Typ KC-135 bei einem Absturz im Westirak ums Leben gekommen sind. Laut einer offiziellen Erklärung des CENTCOM sei „der Verlust des Flugzeugs weder auf feindlichen noch auf eigenen Beschuss zurückzuführen“.
Kurz nach der Bekanntmachung trat Hegseth bei einer Pressekonferenz im Pentagon auf, wo er sichtlich Mühe hatte, Fragen zum Vorfall und zu den amerikanischen Verlusten zu beantworten – und stattdessen lieber über die kritische Berichterstattung zum teuren Krieg herzog.
Hegseth attackiert die Presse
„Wir werden weiter Druck machen, weiter vorrücken, kein Pardon, keine Gnade für unsere Feinde“, sagte Hegseth. „Und doch können manche in dieser Truppe hier, in der Presse, einfach nicht aufhören.“
„Ich war früher selbst in diesem Geschäft“, sagte Hegseth und spielte damit auf seine Jahre als Fox-News-Moderator an. „Ich weiß, dass alles mit Absicht formuliert wird. Zum Beispiel ein Banner oder eine Schlagzeile: ‚Nahost-Krieg eskaliert‘ – in den letzten Tagen immer wieder auf dem Bildschirm, begleitet von Bildern ziviler Ziele oder Energieinfrastruktur, die der Iran getroffen hat, weil er genau das tut. Was sollte stattdessen dort stehen? Wie wäre es mit: ‚Iran zunehmend verzweifelt‘ – denn das ist er.“
Dann nahm Hegseth seinen alten Lieblingsfeind ins Visier: CNN.
Angriff auf CNN
„Mal wieder Fake News von CNN. Berichte, die Trump-Administration habe die Auswirkungen des Irankriegs auf die Straße von Hormus unterschätzt. Natürlich völliger Unsinn“, sagte Hegseth und bezog sich dabei auf Berichte, wonach Beamte im Verteidigungsministerium Irans Bereitschaft zur Blockade der strategisch wichtigen Handelsstraße unterschätzt hätten – was zu massiven Schwankungen der globalen Energiepreise geführt hatte. Hegseth ergänzte, er freue sich darauf, dass der Trump-nahe Milliardär David Ellison die Kontrolle über den Sender übernehme.
Und doch – trotz Hegseths und der Regierung Beteuerungen, das iranische Regime sei geschwächt und handlungsunfähig – erklärte der Verteidigungsminister im selben Atemzug, die Straße sei einzig deshalb gesperrt, weil der Iran weiterhin eine Bedrohung darstelle.
„Das Einzige, was den Transit durch [Hormus] derzeit verhindert, ist, dass der Iran auf Schiffe schießt“, sagte er. „Die Straße ist offen, sobald der Iran das lässt.“
Ausweichen bei Verlustzahlen
Als Hegseth direkt gefragt wurde, wie viele Verluste die amerikanischen Streitkräfte erlitten hätten und wo die Toten und Verwundeten zu beklagen seien, verwies er auf den Vorsitzenden der Joint Chiefs of Staff, General Dan Caine. Dieser erklärte, die „große, große Mehrheit“ der Verwundeten seien Fälle, bei denen die Betroffenen „zum Dienst zurückgekehrt“ seien.
Unterm Strich verbrachte Hegseth mehr Zeit damit, sich über sein Image und das des Krieges in den nationalen Medien zu beklagen, als über den Tod der Soldaten unter seinem Kommando zu sprechen.
„Krieg ist die Hölle. Krieg ist Chaos“, sagte Hegseth. „Wie wir gestern mit dem tragischen Absturz unseres KC-135-Tankers gesehen haben, können schlimme Dinge passieren.“
Schlechtes Krisenmanagement
Schlimme Dinge können tatsächlich passieren – und während der Konflikt mit dem Iran in seine dritte Woche geht, kostet das, was anfangs als gezielte Operation beschrieben wurde, immer mehr Amerikanern das Leben. Hegseths Mitarbeiter sind derweil geradezu besessen davon, wie er auf Fotos rüberkommt, während der Verteidigungsminister selbst lieber Reporter zusammenstaucht, die sich weigern, ihm für das Chaos zu gratulieren, das die Regierung selbst angerichtet hat.