Pink Floyd veröffentlichen ein Dutzend Live-Alben aus den 70ern


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Ohne größere Ankündigung haben Pink Floyd klammheimlich diese Woche ein Dutzend Live-Alben auf sämtlichen Streaming-Diensten hochgeladen. Alle Aufnahmen stammen von Konzerten aus den 1970er Jahren. Es gibt jedoch einen besonderen Grund für die spontane Veröffentlichung.

Lauter Pink Floyd-Klassiker in den Setlists

Die Alben wurden zwischen alle zwischen 1970 und 1972 aufgenommen und zollen Auftritten in Europa, den Vereinigten Staaten und Kanada Tribut. Die meisten der Sets stammen von den Pink-Floyd-Alben „Atom Heart Mother“ von 1970, „Meddle“ aus dem Jahr 1971 sowie „Obscured by Clouds“ von 1972. Weiter enthält die Sammlung auch frühe Aufführungen von Songs ihres Klassikers „The Dark Side of the Moon“ aus dem Jahr 1973. Bei einem Auftritt in Tokio im Jahr 1972 spielte die Band das Album fast vollständig, ein sattes Jahr vor der eigentlichen Album-Veröffentlichung.

Diese Auftritte wirken zwar deutlich lockerer als die notorisch akribischen Studioaufnahmen der Band, zeigen aber auch, wie intensiv die Live-Shows von Pink Floyd sein konnten. „Set the Controls for the Heart of the Sun“ dauert bei der Tokio-Show etwa 15 Minuten, und „Atom Heart Mother“ wird von den Bläsern vom Beginn der Platte begleitet. Es hat auch einen ganz anderen Effekt, die Kassengeräusche in „Money“ live zu hören.

Rechtlicher Kniff als Ursache für Veröffentlichung

Ursache für die unerwartete Veröffentlichung ist tatsächlich ein eher unemotionaler Grund. So umgeht die Gruppe durch das Hochladen des Materials den Urheberrechtsfristen. Diese wird durch die Veröffentlichung automatisch verlängert. Ein Sony-Vertreter erklärte auf Nachfrage: „Das Urheberrecht in Europa wurde kürzlich von 50 auf 70 Jahre für alles verlängert, was 1963 und danach aufgenommen wurde. Für alles, was davor aufgenommen wurde, gibt es eine neue Use-It-or-Lose-It-Bestimmung. Sie besagt im Grunde: Wenn du die Aufnahmen in den ersten 50 Jahren nicht benutzt hast, bekommst du keine weiteren.“ Die Band veröffentlichte wahrscheinlich die EP „1965: Their First Recordings“ im Jahr 2015 aus ein- und demselben Grund.

Hier ist die vollständige Liste der Live-Album-Titel:

  • They Came in Peace, Live, Universität Leeds 1970 Universität Washington 1971
  • Live, Großer Saal, Musikhalle, Hamburg, Westdeutschland 25. Februar 1971
  • Mauerspechte Berlin Sportpalast, Live 5. Juni 1971
  • Live, Lyon 12. Juni 1971, Tokio 16. März 1972
  • Live in Rom Palaeur 20. Juni 1971
  • Amsterdamse Bos Free Concert 26. Juni 1971
  • Live in Montreux 18 & 19 Sept 1971
  • KB Hallen, Kopenhagen, Live 23. September 1971
  • KB Hallen, Kopenhagen, Vol II, Live 23. September 1971
  • Over Bradford Pigs on the Groove Universität Bradford, Live 10 Okt 1971
  • Embryo, San Diego, Live 17. Oktober 1971
  • The Screaming Abdabs Quebec City, Live 10 Nov 1971

Es handelt sich jedoch nicht um die einzige Überraschung von Pink Floyd in dieser Woche. Die Band hat nämlich noch die bevorstehende Veröffentlichung einer restaurierten und neu geschnittenen Version ihres Konzertfilms „P.U.L.S.E.“ angekündigt. Ursprünglich wurde „P.U.L.S.E.“ 1995 veröffentlicht und während der europäischen Etappe der „The Division Bell Tour“ aufgenommen. Der „P.U.L.S.E.“-Konzertfilm wird ab dem 18. Februar 2022 als Blu-Ray- und DVD-Deluxe-Box-Set erhältlich sein, inklusive pulsierender Lampe. Vorbestellungen sind ab sofort möglich.

Pink Floyd haben im Oktober außerdem noch eine aktualisierte Version ihres 1987er Albums „A Momentary Lapse of Reason“ veröffentlicht. Kurz darauf kündigte Schlagzeuger Nick Mason, der jüngst Roger Waters mit Stalin verglich, eine Reihe von Tourdaten in Nordamerika für 2022 an.