Radiohead fordern ICE auf, Video mit „Let Down“ zu entfernen: „Verpisst euch“

Radiohead fordern ICE auf, ein Video mit „Let Down“ zu löschen – „dieser Song bedeutet uns viel, und ihr habt kein Recht, ihn zu vereinnahmen.“

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Radiohead sagen ICE „go fuck yourselves“ und fordern, ein Video von den Social-Media-Accounts der Behörde zu entfernen. Das Video enthält eine Version des Songs „Let Down“ vom Album „OK Computer“.

In einem Statement vom Freitag, dem 27. Februar, erklärte die Band: „Wir fordern die Amateure, die den ICE-Social-Media-Account betreiben, auf, [das Video] zu löschen. Das ist nicht lustig, dieser Song bedeutet uns und anderen Menschen viel, und ihr bekommt ihn nicht ohne Gegenwehr vereinnahmt.“

Das Statement ist offenbar eine Reaktion auf ein Video, das ICE letzte Woche auf seinen Social-Media-Accounts veröffentlicht hatte und das eine Chorversion von „Let Down“ enthielt. (Es wurde außerdem auf Accounts des Department of Homeland Security, des Weißen Hauses und von Präsident Donald Trump gepostet.) Der Song begleitete ein Video mit Fotos amerikanischer Staatsbürger, die ICE zufolge „von Menschen vergewaltigt und ermordet wurden, die kein Recht haben, in unserem Land zu sein.“ Die Bildunterschrift lautete: „Für sie kämpfen wir. Das ist unser Warum.“

Erneuter Streit um Musik

Radioheads Verärgerung über das ICE-Video folgt auf einen anderen Vorfall: Gitarrist Jonny Greenwood hatte zuvor gefordert, Teile seines Scores für Paul Thomas Andersons „Phantom Thread“ aus dem kürzlich erschienenen Melania-Trump-Dokumentarfilm zu entfernen. Obwohl Greenwood nicht die Urheberrechte am Score hält, machte er geltend, Universal habe es versäumt, ihn über diese Nutzung durch Dritte zu informieren, was „ein Verstoß gegen seinen Komponistenvertrag“ sei.

Die Trump-Administration hat es sich zur Gewohnheit gemacht, ihre Social-Media-Videos mit Songs von Künstlern zu unterlegen, die diese Verwendung aller Wahrscheinlichkeit nach ablehnen werden. Sabrina Carpenter, Olivia Rodrigo und SZA haben allesamt den Einsatz ihrer Musik in Propagandavideos im Zuge des brutalen Vorgehens der Regierung gegen Einwanderer verurteilt. Da Musiklizenzen auf Social-Media-Plattformen jedoch eigenen Regeln folgen, haben Künstler kaum Möglichkeiten, solche Inhalte tatsächlich entfernen zu lassen.

Wer sich gegen diese Nutzung ausspricht, löst in der Regel eine vergnügte Reaktion der Administration aus – meist gespickt mit halbgaren Wortspielen. (Eine Erwiderung eines Sprechers des Weißen Hauses begann zum Beispiel mit: „Here’s a Short n‘ Sweet message for Sabrina Carpenter.“) SZA brachte es auf den Punkt: „White House rage baiting artists for free promo is PEAK DARK ..inhumanity +shock and aw[e] tactics ..Evil n Boring.“

DHS ohne Kommentar

Was Radioheads Einspruch gegen die Verwendung von „Let Down“ betrifft: Ein Sprecher des DHS reagierte auf eine Anfrage zunächst nicht. Vermutlich wartete man noch darauf, dass ChatGPT ein paar bescheuerte „OK Computer“-Wortwitze generiert.

Jon Blistein schreibt für den ROLLING STONE USA. Hier geht es zum US-Profil