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Radiohead: Thom Yorke zeigt palästinensischen Aktivisten den Mittelfinger

In wenigen Tagen spielen Radiohead ihren seit Wochen in den Medien diskutierten Gig in Tel Aviv (Israel). Palästinensische Aktivisten hatten Künstler aller Art in der Vergangenheit dazu aufgerufen, Israel aufgrund seiner repressiven Politik zu boykottieren. So soll der Druck steigen, Verhandlungen über einen zu gründenden Palästinenserstaat zu beginnen. Palästinenser beklagen zudem, dass sie ungerecht behandelt werden und häufig Opfer von staatlichen „Sicherheitsmaßnahmen“ werden.

Eine Gruppe von Musikern, Intellektuellen und Künstlern (u.a. Roger Waters, Thurston Moore und Ken Loach) tat sich vor einigen Monaten für einen offenen Brief an Radiohead zusammen, um die britische Band aufzufordern, an dem Boykott ebenfalls teilzunehmen und den veranschlagten Gig in Tel Aviv nicht stattfinden zu lassen. Wochenlang hatte die Band nicht reagiert, bis Thom Yorke in einem Interview mit der US-Ausgabe des ROLLING STONE klarstellte, dass er zwar verstehe, dass die Zustände vor Ort nicht hinnehmbar seien, derartige kulturelle Boykotte aber überhaupt nichts ausrichten könnten.

Thom Yorke:  „Some fucking people!“

Bei einem Konzert von Radiohead am vergangenen Freitag (07. Juli) in Glasgow (Schottland) beim TRNSMT Festival tauchten im Publikum nun zahlreiche palästinensische Aktivisten auf (Glasgow Palestine Action, Glasgow Palestine Solidarity Campaign und Radiohead-Fans, die sich für die Aktion mit den Aktivisten solidarisierten), um die Band doch noch davon zu überzeugen, den Auftritt in Tel Aviv abzublasen. Sie schwenkten für alle Zuschauer vor Ort sichtbar palästinensische Fahnen.

Kooperation

Wie „Consequence Of Sound“ meldet, zeigte sich Radiohead-Sänger Thom Yorke ungehalten über den unerwarteten Protest. Während die Gruppe gerade ihren Song „Myxomatosis“ spielte, soll er nach Angaben von Fans, die sich in den vorderen Reihen befanden, klar und deutlich „Some fucking people!“ gesagt haben, als er in die Zuschauermenge blickte. Zudem wurde er angeblich dabei beobachtet, wie er den Mittelfinger zeigte.

Radiohead waren immer eine politische Band

Es ist allerdings nicht eindeutig klar, ob sich seine Wut wirklich gegen die Demonstranten richtete. Bisher hatten Radiohead stets Flagge gezeigt, wenn es um politische Ungerechtigkeit in der Welt geht. Die Musiker äußerten sich auf der Bühne und in Interviews häufig sehr deutlich zu brisanten Themen. Yorke hatte zudem in dem Interview mit der US-Ausgabe des ROLLING STONE auch mit einigen Sätzen darauf hingewiesen, warum Radiohead trotz des offenen Briefs der Musikerkollegen und des Protests seitens einiger Fans an dem geplanten Gig in Tel Aviv festhalten wollen.

Radiohead live in Glasgow

„Die Art von Dialog, die sie (die Unterzeichner des offenen Briefs, Anm. d. Red.) erreichen wollen, ist ziemlich Schwarz-Weiß“, so der Sänger damals. „Ich habe da meine Probleme mit. Es ist sehr peinlich, dass sie sich dem anschließen und sich nicht persönlich mit uns auseinandersetzen. Stattdessen bewerfen sie uns öffentlich mit Schmutz.“ Es sei zudem respektlos, so Yorke, anzunehmen, dass die Band nicht selbstständig solche Entscheidungen treffen könnte.

Roger Waters will mit Yorke persönlich sprechen

Roger Waters, Hauptinitiator des offenen Briefs, hatte nach Yorkes Erklärungsversuch ebenfalls noch einmal reagiert und dem Sänger vorgeworfen, „nicht die ganze Geschichte zu erzählen“. Zudem beklagte er, dass Yorke nicht auf seinen Wunsch, gemeinsam zusammenzufinden, reagiert hätte: „Ich habe jegliche Anstrengung meinerseits unternommen um mit ihm [Yorke] persönlich zu sprechen, und ich würde dieses Gespräch immer noch sehr gerne führen.“

ANDY BUCHANAN AFP/Getty Images

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