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Champions der Erregung 2019: Rammstein

Seit 1989 waren Tamara Danz und Nina Hagen, Wolf Biermann und Manfred Krug, Silly und Pankow, Frank Schöbel und Wolfgang Lippert nicht so beliebt wie in diesem Jahr, da man sich mit wohligem Grusel allüberall an einen untergegangenen Staat („eng, muffig, piefig“) erinnerte. Seltsamerweise wurde zum 30. Jubiläum der Maueröffnung die eine große deutsche Erfolgsgeschichte nicht erzählt.

Aber Rammstein erzählten sie selbst das ganze Jahr über mit wohligem Grusel. Angefangen mit einem Langvideo, „Deutschland“, das ihrem neuen Album präludierte und das ähnlich enthusiastisch ausgedeutet wurde wie Quentin Tarantinos „Once Upon A Time In Hollywood“. Es ist naturgemäß keine Geschichtsbelehrung wie von Christopher Clark. Es ist „Deutschland, eine Farce“. Erwartungsgemäß gingen ihnen die sogenannten Medien noch gieriger auf den Leim als immer schon.

Rammstein: die deutschen Spaß- und Galgenvögel

Rammstein sind die deutschen Spaß- und Galgenvögel, die Gaudiburschen der Erregung, die Champions des, jawohl: Hinterfragens. Sie machen verlässlich immer alles anders, das ist ihr Programm. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen! Und sie sagen es und tun es. Gitarrist Richard Kruspe küsst den Kollegen Paul Landers auf der Bühne in Moskau, im homophoben Russland. Till Lindemann lässt den hinter der Bühne herumstehenden Sean Lennon entfernen, weil er wie ein komischer Studententyp aussieht. In einem Song der neuen Platte feiern sie nostalgisch das Radio.

Man versteht Rammstein erst, wenn man die Bücher von Flake liest, dessen Eulenspiegeleien das gesamte surrealistische Programm enthalten: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

„Deutschland, ich kann dir meine Liebe nicht geben“, raunzt Till Lindemann. Das hat Gustav Heinemann auch schon gesagt. Diese sechs Burschen, endlich wieder vereint, haben etwas Heimeliges. Alle Stadien in aller Welt sind voll, wenn sie auftreten. Wahrscheinlich werden wenige Deutsche auf Erden so geliebt wie sie.


Rammstein veröffentlichen „Live in Berlin“ mit zensierter Dildo-Szene

Vor ganzen 21 Jahren, 1999, erschien das Konzert erstmals auf DVD. Das Reissue fällt nun auch deshalb besonders aus, weil die Performance von „Bück Dich“, die auf der DVD fehlte, erstmals zu sehen sein wird (von der VHS-Veröffentlichung gab es zwei Fassungen, einmal zensiert, einmal mit „Bück Dich“. Darauf wies laut.de hin. Die am 27. März erscheinende „Live aus Berlin“-DVD (eine Blu-ray ist – noch – nicht gelistet) enthält zudem die FSK-Freigabe 16, während die unzensierte VHS inklusive „Bück Dich“ erst ab 18 freigegeben war. https://www.instagram.com/p/B-IB4QdJWw1/?utm_source=ig_embed Wie „kontrovers“ die Szene wirklich war, kann man anhand dieses Fan-Videos selbst einschätzen. Rammstein…
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