Ranking: Die 6 bestem WM-Songs aller Zeiten

Von „El rock del Mundial“ bis Shakira: Die sechs besten offiziellen WM-Songs und ihre kuriose Geschichte zwischen Pop und Fußball.

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““Beim „Wunder von Bern“ bei der Fußballweltmeisterschaft in der Schweiz 1954 gab es noch keine Popmusik. Es war die schwarz-weiße Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg.

Acht Jahre später machte das ferne Chile zur WM 1962 mit einer Single für heutige Vinyl-Nerds den Anfang. Mit „El rock del Mundial“, geschrieben von Jorge Rojas und aufgenommen von der chilenischen Rock’n’Roll-Band Los Ramblers um Sänger Germán Casas, erhielt die WM erstmals einen offiziellen Song.

Der Titel entwickelte sich über das Turnier hinaus zu einem Erfolg in der spanischsprachigen Welt und verkaufte sich weltweit mehr als zwei Millionen Mal.

Vier Jahre später spielte England den musikalischen Ball weiter. Für die WM 1966 nahm Skiffle-Pionier Lonnie Donegan „World Cup Willie“ auf, benannt nach dem ersten offiziellen WM-Maskottchen, einem Löwen namens Willie. Donegan, einst einer der populärsten britischen Musiker der Prä-Beatles-Ära, befand sich bereits auf dem absteigenden Ast seiner Karriere. Es blieb bei einem frühen Versuch, Fußball, Popkultur und Merch-Vermarktung miteinander zu verbinden.

Von bescheidenen Anfängen ging es über Schlager der deutschen Nationalmannschaft („Fußball ist unser Leben“) zu den globalen Megahits unserer Tage.

Hier unsere Top 6 der besten (offiziellen) Songs der Fußballweltmeisterschaft. „Three Lions“ muss leider entfallen. Der Track von Baddiel & Skinner, gemeinsam mit den Lightning Seeds entsprang der Europameisterschaft 1996.

Und sorry: Der House-Track mit Goleo zum deutschen „Sommermärchen“ 2006 sowie die Sportfreunde-Stiller-Hymne (wegen „mangelnder Internationalität“) haben es nicht in die Auswahl geschafft.

Ranking: Die 6 bestem WM-Songs aller Zeiten

World in Motion – New Order (1990)

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Kaum ein WM-Song verbindet Fußball und Pop so überzeugend wie „World in Motion“. Aufgenommen nicht für die FIFA, sondern für die englische Nationalmannschaft bei der WM 1990, verzichtet der Track auf die üblichen Stadionklischees und setzt stattdessen auf den charakteristischen Synth-Pop-Sound von New Order. Das eigentliche Highlight ist jedoch der Rap von Kicker John Barnes. Drei Jahrzehnte später wirkt der Song immer noch frisch und gilt in Großbritannien als Maßstab für jede Fußballhymne, die danach kam und weit weniger kickte.

Un’estate italiana – Gianna Nannini & Edoardo Bennato (1990)

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Für viele ist dies die größte (offizielle) WM-Hymne aller Zeiten. Die Mischung aus italienischem Pathos und orchestraler Rock-Grandezza verleiht dem Song emotionale Tiefe. „Un’estate italiana“, international auch als „To Be Number One“ bekannt, erzählt nicht vom Gewinnen allein, sondern auch von der Magie des Fußballs. Ein Gefühl eines Italo-Sommers.

La Copa de la Vida – Ricky Martin (1998)

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Mit „La Copa de la Vida“ beginnt die Ära der modernen WM-Songs, die mit Marketing-Power um den Globus geblasenen wurde. Der Track vereint Latin-Rhythmen mit Stadionchören und Pop zu einer explosiven Kirmes-Mischung. Das berühmte, frankophone „Allez, allez, allez“ gehört längst zum internationalen Fußball-Vokabular. Der Song machte Martin endgültig zum globalen Superstar. Das kommerzielle Potenzial einer WM-Hymne ist damit festgeschrieben.

Waka Waka (This Time for Africa) – Shakira feat. Freshlyground (2010)

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Kaum ein WM-Song hat sich so tief in die Mainstream-Popkultur eingegraben. Die Verbindung aus afrikanischen Einflüssen, eingängigem Refrain und den Tanzeinlagen der Kolumbianerin zündet bis heute. Der Song wird regelmäßig bei Fußballturnieren und Schulfeiern gespielt. Ein langlebiger Triumph der Leichtigkeit.

Wavin‘ Flag – K’naan (2010)

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Im Gegensatz zu vielen Turnierhymnen brachte „Wavin‘ Flag“ bereits eine eigene Geschichte mit. Ursprünglich als persönliches Lied über Flucht, Hoffnung und Widerstand geschrieben, wurde die für die WM produzierte „Celebration Mix“ zum globalen Hit. Gerade diese Mischung aus echtem emotionalem Kern und mitreißender Euphorie verleiht dem Song eine gewisse Glaubwürdigkeit.

Carnaval de Paris – Dario G (1998)

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Ein WM-Klassiker ganz ohne große Botschaft und sogar ohne eigentlichen Gesang. „Carnaval de Paris“ setzt auf Samba-Rhythmen, Stadionchöre und eine Melodie, die sich nach wenigen Sekunden im Kopf festsetzt. Der Song wurde zwar nie offizieller Turnierhit der FIFA, entwickelte sich aber weltweit zum Soundtrack der Fanmeilen und Fußballkneipen.

Ralf Niemczyk schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.