Andreas Dorau/Sven Regener Ärger mit der Unsterblichkeit



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„Ärger mit der Unsterblichkeit“ – das ist mal ein guter Titel für Memoiren. Titel konnte Andreas Dorau ja schon immer gut, wie ein Blick auf seine Singles-Diskografie zeigt: „Die Welt ist schlecht“,  „Das Telefon sagt Du“, „Die Sonne scheint“, „So ist das nun mal“, „Die Menschen sind kalt“. Eigentlich ist damit die menschliche Existenz schon auf den Punkt gebracht. Aber Dorau hat noch mehr zu erzählen. Wie aus einer Projektwoche an der Schule in der Gruppe „Wir machen einen Popsong“ sein erster Hit, „Fred vom Jupiter“, entstand zum Beispiel, wie seine Inszenierung der spontan erdachten Dada-Oper „Die Überglücklichen“ in München von Tierschützern gestoppt wurde, weil lebende Fische auf die Bühne geworfen worden waren, oder wie er „Stoppt Faschismus!“ rufend u. a. mit dem Plattenfirmenangestellten Benjamin von Stuckrad-Barre einen Hinkelstein aus Hartplastik aus dem Bürofenster der Rammstein-Produktmanagerin auf die Straße warf. Sven Regener, der auch die „Odyssee“ auf einem Bierdeckel erzählen könnte, hat diese kurzweiligen Schelmenstückchen mit viel Sinn für Lakonie aufgeschrieben.


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