Damien Jurado „Reggae Film Star“


Maraqopa (VÖ: 24.6.)


von

Damien Jurado ist ein großer Minimalist: Mehr und mehr genügt dem Songwriter aus Seattle das immer gleiche sanfte Gefühl in einer konstant unaufgeregten Musik. Es ist ein Glück, wenn ein Künstler eine solche Resonanz findet, in der das Lied nicht einer Idee abgerungen werden muss, sondern ein ganz unmittelbarer Ausdruck ist. Auch auf „Reggae Film Star“ schmiegt man sich an diese stille Musik mit Sixties-Folk-Verweisen. Natürlich ist Jurados Stimme entscheidend, aber auch die hier mittlerweile typische Produktionsästhetik ist eine Schau. Die weichen Trommeln und die zart schwelgenden Streicher, die simple Akustikgitarre und viele kaum hörbare Details lassen eine traumhafte Atmosphäre entstehen.

Es sind die schönsten Bilder, es ist die schönste Musik

Schauspieler, Kameramänner, Zuschauer: Jurados Protagonisten scheinen Teil einer Filmkulisse zu sein. Vielleicht ist das ganze Album die dokumentarische Erzählung eines Tages am Set. Man verliert sich in diesen Assoziationen, Erinnerungen und selbstverlorenen Gedanken. So wird die Platte selbst zu Cinéma vérité. Es sind die schönsten Bilder, es ist die schönste Musik.


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Ein Meilenstein der Independent-Musik, erweitert um Peel Sessions und Remixes


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