Fink: Perfect Darkness (Kritik & Stream) - Rolling Stone






Fink Perfect Darkness


Ninja Tune/Rough Trade Am 10. Juni 2011


von

Vermutlich ist es all den Joints zu verdanken, die Fin Greenall während seiner Jugendzeit in Bristol geraucht hat, dass er heute diesen charakteristischen Fink-Flow hat. Oder er ist die logische Addition aus einer TripHop-Sozialisierung, einer House-Vergangenheit, einer DJ-Karriere, einem Folk-Musiker als Vater und einer tiefen Freundschaft zum Ninja-Tune-Label – dessen erster Songwriter-Künstler er wurde. „Perfect Darkness“ jedenfalls treibt musikalisch gelassen, aber lyrisch suchend, selbstzweifelnd und sezierend in diesem Fink-Flow – wenn man das geradezu grungige „Fear Is Like Fire“ mal herausrechnet. Die großen, offensichtlichen Gefühlsausbrüche bleiben aus. Dafür hat Fink seinen Trademark-Sound weiter perfektioniert und setzt die Nuancen an den richtigen Stellen.

Beeindruckend, wie der Titelsong mit einem an „Teardrop“ gemahnenden Beatklacken beginnt, die akustische Gitarre wie beiläufig angeschlagen erklingt und schließlich sein bluesiges Organ einsetzt: „Perfect memories fall down like ashes from the fire we made along.“ Damit ist dann auch gleich der Grundton des Albums benannt – eine Art therapeutische Melancholie. Der letzte Song „Berlin Sunrise“ fügt dann noch Euphorie hinzu, wenn Fink das Ende einer durchtanzten Nacht in den Berliner Clubs Weekend und Berghain besingt – und daraus eine wundervolle Songwriter-Hymne auf die Hauptstadt gewinnt, die entspannt an jeglichen Klischeefallen vorbeifließt.


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Ein Meilenstein der Independent-Musik, erweitert um Peel Sessions und Remixes


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