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Joan Baez Whistle Down The Wind



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Man freut sich schon vorher: Das erste Album von Joan Baez seit 2008 wurde von Joe Henry produziert, mithin einem, der im Umgang mit traditionsbewussten Künstlern und US-amerikanischer Folklore ein hohes Maß an Integrität und Stilsicherheit hat. Mit seinem Geschichtsbewusstsein entwirft er Baez ein konzises Klangbild, das ihr gerecht wird.

Auf „Whistle Down The Wind“ spielt sie ein Repertoire dem Songwriter-Handwerk verpflichteter Kompositionen, zumeist Covers, manchmal eigens für das Album geschrieben. Tom Waits’ und Kathleen Brennans „Last Leaf“ und „Whistle Down The Wind“ torkeln hier natürlich nicht trunken, sondern schwofen melancholisch. Josh Ritter steuert mit „Be Of Good Heart“ und „Silver -Blade“ zwei Songs bei – insbesondere Letzterer verweist mit seinem klassisch folkloristischen Ton direkt auf den Beginn von Baez’ Karriere. Ahnonis „Another World“, dort wohl eine Reflexion über das Sterben, wird hier zum politischen Statement, ebenso wie Zoe Mulfords Waffenlobby-Anklage „The President Sang Amazing Grace“.


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Baez sagt, sie habe auf dem Album sehr mit ihrer Stimme gerungen, die tiefer geworden sei und ihr nicht mehr so gehorche. Natürlich ist sie Künstlerin genug, um einen neuen Sitz für ihr Instrument zu finden, dem die Jahre wohl physisch etwas anhaben können, nicht aber in puncto Wahrhaftigkeit und emotionaler Präzision.

In all dem erkennt Joe Henry seine Rolle gut und arrangiert eine bedacht spielende, nach allen Regeln der Kunst aufgenommene Band um die Sängerin, etwa bei einem seiner eigenen Songs, „Civil War“, einem schwermütigen Americana-Schunkler mit weich gespielten Trommeln, Dobro und tief seufzendem Klavier. Ebenfalls im Bürgerkrieg angesiedelt ist Tim Eriksens gespenstisch wirkendes Volkslied „I Wish The Wars Were All Over“.

Wenn Joan Baez sich auch nicht festlegen mag, ob es ein weiteres Album geben wird oder nicht, ist „Whistle Down The Wind“ doch ein Abschied: Die Tour zu diesem Werk soll ihre letzte sein. (Proper)

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