Joan Baez


Joan Baez wurde aufgrund ihres Engagements gegen den Vietnamkrieg und die Rassentrennung als „Gewissen und Stimme der 1960er“ bezeichnet. Ihr vibrato-starker, außergewöhnlicher Sopran-Gesang hob sich dabei deutlich von der Masse ab. Ihre Alben „Joan Baez“, „Joan Baez, Vol. 2“ und „Joan Baez In Concert“ erreichten allesamt Gold-Status und konnten sich zwei Jahre lang in den Charts halten. Ihre Version von „We Shall Overcome“ ist ihr bekanntester Song. Joan Baez trat 1969 auf dem Woodstock-Festival auf und machte sich mit Cover-Songs anderer Künstler einen Namen.

In Staten Island, New York, kam Joan Chandos Báez 1941 zur Welt und war schon während ihrer Schulzeit auf lokalen Konzerten präsent. Obwohl sie sich nach dem Schulabschluss an der Boston University einschrieb, konzentrierte sie sich währenddessen nur auf ihre musikalische Karriere. Diese begann im Club 47, einem angesehenen Folk-Club in Cambridge – der Hochburg des amerikanischen Folk-Revivals.

Ihr Solo-Debüt „Joan Baez“ (1960) sowie die zwei Nachfolger „Joan Baez, Vol.2“ (1961) und „Joan Baez In Concert“ (1962) machten sie schnell zu einem gefeierten Folk-Star – die Alben erhielten allesamt Gold-Status in den USA. Während der Tourneen lernte sie Bob Dylan kennen und begann, seine Songs neu zu interpretieren. Aus den beiden wurde kurz darauf ein Paar. Joan Baez‘ künstlerischer Stil, der sich vor allem durch ihren außergewöhnlichen Sopran-Gesang und ihr hervorragendes Gitarrenspiel auszeichnete, beeinflusste in dieser Zeit Künstler wie Joni Mitchell, Bonnie Raitt und Judy Collins.

Joan Baez entschied sich 1962 dazu, nur noch dort aufzutreten, wo es keine Rassentrennung gab und sang 1963 auf dem Civil Rights March das legendäre „We Shall Overcome“, für das sie bis heute berühmt ist.

Mit „Farewell, Angelina“ begann sie ähnlich wie Bob Dylan, ihre Musik elektrisch zu verstärken und Folk mit Rock zu verbinden. Nachdem sich Joan Baez jedoch von Dylan trennte und den Kalifornier David Harris heiratete, beeinflusste dies auch ihre Musik: sie wandte sich dem Country zu und benannte ihr Album „David’s Album“ (1969). Ihre Teilnahme auf dem legendären Woodstock-Festival von 1969 nutzte sie als Gelegenheit, um die Missstände der Welt anzuprangern und stach dabei besonders emotional hervor, als sie den Gospel-Song „Swing Low, Sweet Chariot“ a-cappella sang.

Anlässlich des 50. Bühnenjubiläums von Amnesty International erhielt Joan Baez als erste Künstlerin den nach ihr benannten „Joan Baez Award“ am 18.03.2011 für ihren herausragenden Einsatz im Kampf für Menschenrechte.

Joan Baez haben wir außerdem gefunden in:

18.08.2021:  Im Rahmen der sexuellen Missbrauchsvorwürfe gegen Bob Dylan meldete sich nun ein Dylan-Chronist zu Wort — und argumentiert, dass die Schilderungen des vermeintlichen Opfers nicht stimmen können, weil der Sänger in jenen Monaten woanders weilte. in Bob-Dylan-Chronist über Missbrauchsvorwürfe: „Zeitlich nicht möglich“

06.07.2021:  Genial, selbstbewusst, mürrisch: So empfing der Filmkomponist den ROLLING STONE - und räumte gleich mal mit allen Klischees auf. Erinnerung an Ennio Morricone. in Hausbesuch bei Ennio Morricone: „Immer diese romantische Vorstellung vom Komponisten, der am Klavier klimpert!“

23.06.2021:  Nichts auf dieser Platte passt zusammen – und deshalb ist diese Apotheose des Easy Listening auch so bezwingend. in Die meistunterschätzten Alben aller Zeiten: Frank Sinatra – „Cycles“

Reviews zu Joan Baez


  • Joan Baez - Any Day Now

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    Das 24. Studio-Album der Weisen aus dem Abendland wurde in Nashville von Steve Earle produziert, der darauf bestand, dass sie sich von einer richtigen Band akustisch begleiten lässt. Sie covert zum Dank Earles „God is God“ (und zwei weitere Stücke von ihm) ohne allzu mächtiges Pathos, auch gegen Tom Waits‚ „Day After Tomorrow“ und Thea […]

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