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Highlight: Die 100 größten Musiker aller Zeiten: The Rolling Stones – Essay von Steven van Zandt

Little Steven Soulfire


Man tritt ihm kaum aufs Kopftuch mit der Feststellung: Abgesehen vom ’82er Solodebüt, „Men Without Women“, steckt die beste Arbeit des Steven Van Zandt in Plattenhüllen, die seinen Namen nur klein gedruckt führen. Was seine Beiträge zum Springsteen-Werk einschließt, vor allem aber South­side-Johnny-&- The-Asbury-Jukes-Juwelen wie „Hearts Of Stone“ (1978) meint, die er als Hauptautor, Arrangeur, Gitarrist und Produzent fast allein verantwortet hat. 18 Jahre nach dem apokalyptischen „Born Again Sa­vage“ kehrt Miami Steve mit „Soul­fire“ in diese Ära zurück.

Denn Van Zandt hat ganz unbescheiden erkannt: „Ich bin quasi ein eigenes Genre.“ Da ist was dran: Auf den Schultern von frühem Atlantic-R&B, Brill-Building-Pop, Motown und Garagenrock entfachte er ein genuines, stets bläsergetriebenes Soulfeuer, hier angereichert mit Schlenkern in Richtung Blaxploitation (James Browns „Down And Out In New York City“), Chicago-Blues (Etta James’ „The Blues Is My Business“) und Doo-Wop. Für „The City Weeps Tonight“ lud Van Zandt die A‑cappella-Veteranen The Persuasions ins Studio.

Mit 66 zum Himmel gegriffen

Doch betreibt Little Steven auch Recycling in eigener Sache. Was musikpädagogisch ebenso in Ordnung geht. Denn wer außer den Aficionados kennt schon noch Premium-Van-Zandt-Tracks wie die wunder­bare Soulballade „Some Things Just Don’t Change“ (vom zweiten Jukes-Album, „This Time It’s For ­Real“, 1977) oder selbst „I’m Coming Back“ von South­side Johnnys unwahrscheinlich gutem Come­back, „Better Days“ (1991)? Eben.

So klassisch alles anmutet: „Soulfire“ hätte sich besser ans klassische Albumformat gehalten. So ist es spätestens nach Track elf, „I Don’t Want To Go Home“, doch genug. Es war der erste Song, den Stevie Van Zandt damals schrieb. Und es liegt, ähnlich wie in „Some Things Just Don’t Change“, doch ein besonderes Sentiment in der Luft, wenn er jetzt mit 66 noch einmal singt: „I know we had to try/ To reach up and touch the sky …“ 41 Jahre später lässt sich sagen: Nicht nur versucht. (Wicked Cool/Universal)


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