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Blackout Tuesday

Nikki Lane Highway Queen


Nikki Lane hat nachgerechnet. „700.000 Rednecks“ brauche es, um „to the top“ zu gelangen. Worauf sich toll reimt, dass sie sich von ebendiesen auch nicht stoppen lassen werde, „I’m going all the way“, verspricht sie mit Yippie-Aye-Yeah! zum Auftakt ihres dritten Albums. Um sich sogleich als Titelheldin zu inszenieren, die nur ganz viele Meilen unter ihren Stiefeln braucht, aber keinen „king“ für obenrum. Oder anders: „It ain’t who she loves, it’s who she’s holdin’.“ Anderes war von dieser dunklen Sirene aus North Carolina nicht zu erwarten.

Im wahren Leben gibt es wohl einen „king“ für Lane. Nachdem die Nashville-Größen Dave Cobb („Walk Of Shame“) und Dan Auerbach („All Or Nothin’“) ihr Produzentenwerk vollbracht hatten, nachdem Ses­sions mit Jonathan Wilson doch zu sehr „wie Fleetwood Mac“ klangen, hat sie nun eine Arbeitsbeziehung mit ihrem aktuellen Boyfriend (samt Band Texas Gentleman).

Texanische Carefree-Produktion

Jonathan Tyler sang 2015 schon das liebeshungrige Townes-Gedächtnis-Duett „To Love Is To Fly“ mit ihr. Wie „emanzipiert“ das alles ist und ob die Rollenprosa des toughen Kuhmädchens als moderne Wiedergängerei von Loretta Lynn taugt, ist Nikki vermutlich schnuppe.

Also gleich noch ein Song für Tyler. „Jackpot“ zitiert unverschämt „Viva Las Vegas“ und klingt … ­Also wenn eine Drei-Sterne-­Slotmachine Musik machen und dabei mit einer Wanda-Jackson-Jukebox Verkehr haben könnte: So ungefähr. So umwerfend ist nicht alles auf „Highway Queen“, wenn Lane ein „Big Mouth“ abwatscht oder durch „Companion“ Doo Wop weht. Aber es funktioniert, weil alle miteinander die Atmosphäre eines leicht kontrollierten Chaos evozieren. Eine texanische Carefree-Produktion, die zu einer Frau passt, die immer noch rüberkommt, als wäre ihr alles ziemlich egal.

Ist es ihr aber nicht. Für die Red­necks etwa hat sie schon jede Menge „1 von 700.000“-Sticker im Fan-Shop parat. Und wenn nicht bald ein paar Dollars mehr (statt Kritiker­girlanden) rüberwachsen, wird Nikki vermutlich echt sauer werden. Kann ich kaum erwarten. Yee-Haw! (New West/PIAS)


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