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Pet Shop Boys Nightlife



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Die Pet Shop Boys wissen, wie man mit Veröffentlichungsreihenfolgen auf ein Momentum hinarbeitet – das haben sie den Teams von Prince und den Beatles voraus. Mit den Deluxe-Editionen von „Purple Rain“ und „Sgt. Pepper“ wurden bereits deren Höhepunkte verschossen. Neil Tennant und Chris -Lowe sind vernünftig, heben sich das Gold für den Schluss auf. Im „Catalogue 1985–2012“ erscheinen also die schwächeren Platten zuerst.

Mäuse im Schacht

Mit „Nightlife“ wurden die Pet Shop Boys 1999 endgültig zu Helden der Clubs, dank des Queer-Hits „New York City Boy“, der ein bisschen klang wie ihr Village–People-Cover „Go West“. Die „Further Listening“-Bonus-CD enthält auch die „Paris City Boy“-Fassung samt Anmerkung: „Full French“. „Release“ (2002, ★ ★ ★½) hätte mehr Applaus verdient gehabt.

Johnny Marr verlieh dem Duo einen verspäteten Gitarrenpop-Anstrich, es gab die Hymne „London“ sowie das unterschätzte Gesamtkunstwerk „Home And Dry“. Das Wolfgang-Tillmans-Video zeigte Mäuse in einem U-Bahn-Schacht, Tennant dichtete dazu die magischen Zeilen „There’s a plane at JFK/ To fly you back from far away/ All those dark and frantic transatlantic miles“. Auch die Extra-Disc zu dieser Platte ist die bessere, das zeigt die Demo-version von „Flamboyant“. Hätten sie den Song 1985 statt 2004 veröffentlicht, er wäre in Großbritannien auf die Eins gegangen.


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„Fundamental“ (2006, ★ ★) markierte die endgültige Abkehr von Eurobeats, dafür sorgte auch Produzent Trevor Horn. Aber Stücke wie das an Kraftwerk erinnernde „Psychological“ wirkten fast schon desillusioniert. Das Album widmeten die Pet Shop Boys Menschen, die wegen ihrer politischen oder sexuellen Identität verfolgt werden, und es schien, als verböten sie sich den Versuch, Ohrwürmer zu komponieren. (Parlophone)


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