Roxy Dietmar Sous



von

Sous ist großartig. Er schreibt zupackend, dialogreich, szenisch, bisweilen fast drehbuchartig, trotzdem schafft er es, mit wenigen Strichen ein plastisches Set hinzuwerfen. Er besitzt lakonischen Witz, der sich organisch aus der Story entwickelt und nicht komischer als das Leben sein will. Die Siebziger sind sein Sehnsuchtsland, konzis lässt er die Alltagskultur dieser Dekade wiederauferstehen: die Produktwelt, die Sprache und Sprüche, aber auch das Zeitgefühl. Der Titelheld seines jüngsten Werks, „Roxy“, ist ein typischer Sous-Plebejer, ein fast analphabetischer, aber bildungsbesessener Hilfsarbeiter, später auch Krankenhaus-Zivi mit guten Nehmerqualitäten, der den Kopf oben zu behalten versucht. Zum Glück gibt es ja Frauen.


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