Spezial-Abo

Simple Minds New Gold Dream (81–82–83–84)



von

Jim Kerr skandiert „81! 82! 83! 84!“, und wir fragen uns: Welcher Sänger ruft heute noch optimistisch Jahreszahlen aus? Die Simple Minds wussten, dass ihre fünfte Platte, 1982 erschienen, fette Jahre vorbereiten würde. Die Vorabsingle, „Promised You A Miracle“, war ein Hit in Großbritannien, die Band setzte dafür auf Strophe-Refrain-Struktur statt auf New-Wave-Experimente mit neuartigen Sounds.

Dieses Album war das letzte, bei dem Kerr nicht mit Stadion-Sing­alongs im Hinterkopf komponierte. Bizarr wirkt die Teilnahme Herbie Hancocks, den man, wie Gitarrist Charlie Burchill in den Linernotes freimütig erzählt, gar nicht kannte: „Es gab damals kein Google, um zu recherchieren.“ Für „Hunter And The Hunted“ spielte Hancock ein launiges Synthesizer-Solo. Das Versprechen eines Minitrends – Jazzkoryphäe unterstützt Indieband –löste ein Jahr später dann der Pianist Jools Holland ein, der „Uncertain Smile“ von The The die Ewigkeit schenkte.

Simple Minds werden zu Recht mit den frühen U2 verglichen, beide Bands empfingen ihre Ideen auf Reisen. Sogen die Iren für „The Unforgettable Fire“ Amerika und dessen Glücksversprechen auf, ließen Kerr und Co. sich zu ihren Liedern von Australien inspirieren. Sie einte ein fast schon touristischer Glaube an das Positive und die Wahrheit im Mythos. „New Gold Dream (81–82–83–84)“ war Musik für weite Horizonte, und die Single „Someone Somewhere In Summertime“ unterstützte die Hoffnung, dass die Welt nach drei Minuten Pop eine bessere sein möge.

Die Deluxe-Box bietet auf fünf CDs und einer DVD genau das, was man sich von einem neu aufgelegten Album aus den Achtzigern wünscht: nicht nur die obligatorischen „Top of the Pops“-Auftritte, sondern Alternativfassungen, versehen mit sämtlichen Begriffen der Zeit, Dub, US Dub, Club Mix, Monitor Mix, Edit, Instrumental, Extended und, Achtung!, „Special Extended“ – Material aus vielen Maxi-Singles, die nun nicht mehr in den Sammlerbörsen aufgetrieben werden müssen. (Universal)


ÄHNLICHE KRITIKEN

Simple Minds :: Street Fighting Years

Das politische Album der Schotten als Deluxe-Edition


ÄHNLICHE ARTIKEL

Simple Minds veröffentlichen „Street Fighting Years“ als Deluxe-Box-Set

Mit der Single „Belfast Child“ gelang Simple Minds 1989 der ersten Nummer-eins-Hit in Großbritannien. In Deutschland kletterte das Album als erstes der Band auch an die Spitze der Album-Charts.

Simple Minds: „New Gold Dream (81-82-83-84)“ erscheint als Deluxe-Boxset

Das Set beinhaltet bisher unveröffentlichte John-Peel- und Kid -Jensen-Radio Sessions.

Gewinnen: CDs und Tickets zur „Big Music Tour 2015“ der Simple Minds

ROLLING STONE verlost „Big Music Tour 2015“, das neue Live Album der Simple Minds zu ihrer aktuellen Tournee. Oben drauf gibt es für die glücklichen Gewinner noch ein Mal zwei Tickets für Konzerte in Hamburg oder Berlin


George Michael: Was ist die Todesursache der Pop-Ikone?

Todesursache George Michael, der 1963 als Georgios Panagiotou geboren wurde, verstarb am 25. Dezember in seinem Haus in Goring-On-Thames, zwei stunden östlich von London. Um die Ursache seines Todes rankten sich lange die unterschiedlichsten Gerüchte – von Drogen bis Selbstmord. Mutmaßungen, der im Alter von nur 53 Jahren verstorbene George Michael habe in der Zeit vor seinem Tod wieder eine Drogenabhängigkeit entwickelt, wurden zunächst als falsch bezeichnet. Andros Georgiou, der zu Jugendzeiten eng mit Michael befreundet war (die Jungs nannten sich sogar gegenseitig „Cousin“), erklärte jedoch öffentlich, was er über den Tod seines früheren Kumpels dachte: „Ich glaube, er hatte sehr…
Weiterlesen
Zur Startseite