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Simple Minds Street Fighting Years



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Erst mit diesem, ihrem bereits achten Werk wurden die Simple Minds – kurze Zeit – Weltstars, auch wegen
ihrer bis heute einzigen UK-Nummer-1-Single „Belfast Child“. Und natürlich wegen der vielen Helfer: Neben Lou Reed, der bei „This Is Your Land“ als Gastsänger auftritt, trommeln sowohl Manu Katché als auch Stewart Copeland mit.

Entscheidend war aber, dass Band-Chef Jim Kerr vom Produzenten-Team Trevor Horn/Stephen Lipson auf einen Kurs gebracht wurde, den Kerr nicht beabsichtigte. Das in den Achtzigern populäre Dance-Duo machte aus Simple Minds eben keine zweiten Frankie Goes To Hollywood, sondern eine politische Rockband, die über IRA und Apartheid (das Peter- Gabriel-Cover „Biko“) sinnierte und dank Schifferklavier und Fiddle als „keltisch“ bezeichnet wurde.


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Dieser Imagewandel wirkte fabriziert, aber es wäre ungerecht, „Street Fighting Years“ als Manifest zu verstehen, dessen Straßenweisheiten aus dem Ohrensessel stammen. Die Simple Minds hatten schließlich als Punkband begonnen, 1975! Nur gebärdete Kerr sich zunehmend als Sänger, dessen Drang zu Stadionrefrains die Qualität der Melodien überstieg. Schon mit Blick darauf, dass „Belfast Child“ lediglich eine Adaption des irischen Traditionals „She Moved Through The Fair“ ist.

Vier Antikriegssongs

Die „Super Deluxe Edition“ umfasst vier CDs, inklusive Remixes und B-Seiten, sowie auf kompletten zwei Scheiben ein Konzert aus dem italienischen Verona. Es sind, wie bei so vielen Musikern jener Ära, vor allem randständigere EPs, die alternative Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen. Darunter eine leichtfüßige Vertonung von Hubert Parrys Chorstück „Jerusalem“ nach dem Gedicht von William Blake („And did those feet in ancient time“). Aber auch eine Rock-Version von Prince’ Antikriegssong „Sign O’ The Times“, der selbst gerade mal zwei Jahre alt war.

Macht, zusammen mit „Biko“ und dem Albumtrack „Mandela Day“, gleich vier Freiheitshymnen für 1989. Vielleicht ein Rekord. Aber auch ein seltsamer.
( Universal)


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