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Soft Cell Non-Stop Erotic Cabaret


Universal

Zwar wird in diesem Jahr durchaus nicht das „25th Anniversary“ des Albums gefeiert, wie David Hemingway in seinen Liner Notes (die vermutlich eine Weile in der Schublade lagen) unterstellt, doch sein Befund ist stichhaltig: Soft Cell halfen zu Beginn der 80er Jahre bei der Etablierung des „Synth-Duos“, und die Electronica der Zeit kombinierten sie mit „bedsit/trash aesthetic“.

„Non-Stop Erotic Cabaret“ war 1981 ein kleiner Skandal, der den Triumph von „Tainted Love“ (und zwar auch in den USA!) nur beflügelte. Marc Almond und David Ball hatten sich während ihres Kunststudiums (in Wahrheit bei nächtlichen Erkundungen, heißt es auch) in Leeds kennengelernt und die Alma mater bald aufgegeben. Mutter Ball finanzierte eine EP; mit der Single „Memorabilia“ gelang ihnen ein erstes Statement, und auf einem Sampler erschien das Stück neben Songs von The The und Depeche Mode. „Tainted Love“, die Cover-Version eines Northern-Soul-Songs von Gloria Jones, beförderte das flamboyante Duo in die Jugend-Zeitschriften.

Ja, Almond und Ball waren schwul- und ihre obsessive Kunst ließ niemals einen Zweifel an diesem Umstand. Mit Punk und New Wave war der Fan von Pink Floyd oder Brinsley Schwarz schon einiges gewohnt, doch „Non-Stop Erotic Cabaret“ erfreute mit überkandideltem Gedudel, hektischen Beats, Gefiepe und Einsichten in die Welt von „Seedy Films“ und einem „Sex Dwarf“.

Eine akustische Peep-Show hatte Almond begeistert versprochen (und nicht untertrieben). Zwischen Tunten-Bar und Dark Room hielt Almond- pardon the pun!- einer grellen Romantik die Stange, die auch in der schmierigsten Porno-Bude ein Gran Würde bewahrte. Das Gestöhne und Juchzen im Hintergrund lieferten nicht die Village People, sondern lustvolle Frauenchöre. Die fröhlich tschilpende Lärmkulisse von „Entertain Me“ fand später bei bei den übermütigen Ausrufen der Jugend auf „Bilingual“ von den Pet Shop Boys einen Nachhall.

Ein Jahr später folgte mit dem hier ergänzten Mini-Album „Non-Stop Ecstatic Dancing“ das Disco-Inferno. Ball und Almond hatten in New Yorker Clubs die Droge Ecstasy entdeckt und überführten den toxischen Irrsinn dieser Erfahrung in überhitzte Fassungen von „Memorabilia“, „Chips On My Shoulder“, „Sex Dwarf“ und den Holland/Dozier/Holland-Knaller „Where Did Our Love Go“.

Die Jungs aus Southport und Blackpool hatten es geschafft. Aber Marc Almond ahnte womöglich schon in „Say Hello, Wave Goodbye“ und „A Man Could Get Lost“, dass seine Zukunft eher im Entertainment der britischen Seebäder liegen könnte. Ein wenig erinnert sein spätes und erratisches Schaffen heute an die letzten Jahre von Oscar Wilde- eine Konnotation, die Almond vielleicht entzückend fände.

Auf der beigefügten zweiten CD hören wir übrigens erweiterte Versionen der Klassiker und einige andere Songs der Phase. Es war ja die kurze Ära der Maxi-Single. (Universal)


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