Swans: The Apostate (Edit) (Kritik & Stream) - Rolling Stone






Swans The Apostate (Edit)


Young God


von

Die neue Platte von den Swans „The Seer“ entfaltet sich in schier endlosen Soundmustern. Sich ständig wiederholend ergeben die Rhythmen ein Mantra, das sich auf 120 Minuten und zwei CDs als enormes Monstrum im Gehirn des Hörers einnistet und da allerhand Stoff für die dunkelsten Albträume spinnt.

Der 23 Minuten dauernde Track „The Apostate“ ist da keine Ausnahme. Hier im Download gibt es ihn in zehnminütiger Version. Brutal geht es da zu, melodramatisch, anstrengend.

Dieser experimentelle Sound, der alten Krautrock, wie unser Printkollege Jens Balzer das passend betitelt, bis zum Verzweifeln durchexerziert, ist dennoch so interessant und erstaunlich, dass man auch bei wiederholtem Lauschen immer wieder auf Neues trifft. Als Hörer sieht man sich überwältigt von den klanglichen Abgründen, die sich da auftun. Michael Giras Stimme führt den Hörer durch ein Labyrinth an Noise, Folk und New Wave und durch eine nicht definierbare Geräuschkulisse, in dessen Sackgassen und Rundgängen man jeder Zeit eine Figur aus „Es“ (oder die Figur auf dem Albumcover) erwarten könnte.

Die Mischung aus dem Geheul , Geschrei, dem Hauchen, dass der Sänger da von sich stößt, kommt apokalyptisch daher. Aber genug der Versuche, dieses einzigartige Stück kongenial geschaffenen Wahnsinns zu beschreiben. Hier der Track, wenn man sich traut…

Swans – The Apostate (edit) by Virtual Label


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