The Feeling: Together We Were Made (Kritik & Stream) - Rolling Stone






The Feeling Together We Were Made


Universal


von

Rock und Pop unterscheiden sich auch in ihren Visionen gesellschaftlichen Zusammenlebens. Während der Rock gern von der ungebundenen Existenz träumt, wünscht sich der Pop Beschaulichkeit und Besitzstandwahrung. Wie sich das anhört, machen The Feeling auf „Together We Were Made“ vor.

Dass Dan Gillespie Sells häuslich veranlagt ist, zeigt sich nicht nur darin, dass er seine Band dazu brachte, das Album in seinem Heimstudio aufzunehmen, sondern auch darin, dass das Wort „home“ in seinen Texten fast so oft vorkommt wie „love“.  Ob er zum schlurfenden Beat von „Back Where I Came From“ behauptet, „home is where the heart is“, in „Build A Home“ ein idyllisches Zuhause entwirft oder im holprigen Dancepop von „Searched Every Corner“ Liebe zurückfordert. Auch im Duett mit Sophie Ellis Bextor in „Leave Me Out Of It“ oder im schwer zu ertragenen Schlager „Set My World On Fire“ dreht sich alles darum. Sehr hübsche Softpopideen gibt es aber auch. Hinter der Gassenhauermelodie von „Another Soldier“ verbirgt sich ein opulentes Requiem. „Mr. Grin“ überrascht mit Honkytonk-Piano. Bei der Ballade „Say No“, die sich in einen gospelhaften Hymnus steigert, scheint die Verzückung fast schon ironisch gebrochen. Zum Shoo-be-doo-Pop von „A Hundred Sinners (Come And Get It)“ lädt Gillespie Sells schließlich alle zur Party ein: „Everybody round our house tonight!“

Beste Songs: „Another Soldier“, „A Hundred Sinners (Come And Get It)“


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