Venus siegt Dietmar Dath

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In seiner schräg-futuristischen Scifi-Literatur mit Neigung zum Theo­riesprech führt Dath uns in ferne Welten, wo die letzten Künste verteidigt werden oder die Abschaffung des Menschen verhandelt wird. In seinem neuen Roman beschreibt er eine extraterrestrische Zivilisation­ von perfektionierten Menschen („Biotische“), Robotern („Diskrete“) und künstlichen Intelligenzen („Kontinuierliche“). Unter der legendären Anführerin Maren Laukkanen konnte sich die venusische Gesellschaft vom irdischen Kolo­nialismus emanzipieren. Doch ein halbes Jahrtausend nach ihrer Gründung ist sie von inneren und äußeren Konflikten bedroht. Zu „Neukörpern“ getunete Menschmaschinen und beseelte „Fleischpuppen“ befördern die Abschaffung der Arten durch Kybernetik. Die Idee absoluter Freiheit wird nur noch durch die Unterwanderungs- und Säuberungsaktionen einer Diktatorin aufrechterhalten. War der technische Fortschritt in Daths Roman „Pulsarnacht“ noch ein segensreiches Versprechen, ist er hier die brennende Lunte, die das ideologische Pulverfass unter dieser transhumanen Gesellschaft zur Explosion bringt.

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