Will Stratton Rosewood Almanac


Bella Union/PIAS

Was für Bob Dylan der „wild thin mer­cury sound“, sagt Will Stratton, das sei für ihn „der Sound von Pali­sander“. Der Wahlostküstler beschwört bereits im Titel sein Akustikgitarren-­Lieblingsholz. Doch die Freunde feinen Fingerpickings kommen erst in der zweiten Hälfte von „Rose­wood Almanac“ in den puren Genuss, etwa mit „Skating On The Glass“, versetzt mit sanften Streicherschwüngen, die fast das ganze Album veredeln. Das eröffnet Stratton sogar elektrifiziert, mit der beiläufigen Melancholie von „Light Blue“, bevor er sich zur tänzelnden Ermunterung „Manzanita“ aufschwingt oder lässige Spiritualität empfiehlt („Whatever’s Divine“).

Anders als Ryley Walker sucht Stratton nicht improvisierte Entgrenzung, sondern die magischen Momente in den Räumen subtil arrangierter Stücke. „This Is What We Do“ und „Ribbons“ rekurrieren abschließend noch mal auf seine überwundene Krebserkrankung. Doch als Metapher funktioniert das Songduo auch für diesen anderen, leider noch nicht kurierten Tumor an der Pennsylvania Avenue.


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