Rolling Stones scheitern in Prince-Heimatstadt Minneapolis an „Controversy“


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Am Sonntag (24. Oktober) traten die Rolling Stones im U.S. Bank Stadium von Minneapolis auf und ehrten den größten Sohn der Stadt: Prince. In gleich zwei ihrer Lieder streuten sie Snippets zweier Hits des 2016 verstorbenen Musikers ein. In „Midnight Rambler“ intonierte Mick Jagger die Zeile „I want to see you in the Purple Rain“ aus dem Song „Purple Rain“, bzw. die abgewandelte Zeile, denn Prince sang darin abwechselnd mal „laughing in the Purple Rain“, „bathing …“ oder „underneath …“. Und in „Miss you“ stimmte Jagger den 1981er-Klassiker „Controversy“ an – nicht, ohne sich dabei ordentlich im Songtext zu vertun: „People call me rude, I wish I was a nude“ – anstelle von „I wish we all were nude“, was auch mehr Sinn ergibt.

Das alles kann live jedem passieren, gerade bei Improvisationen. Unfreiwillig lustig ist aber weniger die Textunsicherheit als die Intonation: Während Jaggers Verweis auf „Purple Rain“ mit gutem Willen noch als rotzig dahingeschleudert durchgehen kann, klingt das legendäre „Controversy“-Mantra weniger nach Beschwörungs-Chant als nach Marschmusik. Auch die Band weiß nicht recht, wie sie damit umgehen soll:

Die Rolling Stones und Prince verband eine lange Geschichte. Legendär die Anekdote, als der noch unbekannte Prince und seine Band 1981 von der Bühne des L.A. Coliseum gebuht wurden – sie waren als Support Act für die Stones gebucht. Danach schwor sich ein niedergeschlagener Prince, nie wieder bei irgendwem im Vorprogramm auftreten zu müssen, was er auch bald nicht mehr nötig haben würde.

1986 schließlich, Prince war längst Superstar, holte er nicht nur Sting, sondern auch Stones-Gitarrist Ronnie Wood auf die Bühne in Wembley, wo sie „Miss You“ coverten. Wood war auch Gast bei einem Aftershow-Konzert in London 1988 (s. Video oben), wo er erneut „Miss You“ anstimmte – ein Song, von dem wünschte, er hätte ihn selbst komponiert. Mick Jagger gab das Kompliment damals zurück, in dem er sagte, er höre beim Joggen am liebsten das „Black Album“ – in dessen Besitz er irgendwie gekommen sein muss, obwohl es damals offiziell nicht erschien.