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Sammy Hagar und Eddie Van Halen: So kam es zur großen Versöhnung kurz vor Eddies Tod


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Wenn man Sammy Hagar glauben darf, gab es zwischen ihm und Eddie Van Halen schon vor dessen Tod kein böses Blut mehr. In einem Brief an Radio-Legende Howard Stern erklärte der Musiker: „Ich würde gerne mitteilen, dass Eddie und ich bereits seit Anfang des Jahres immer wieder miteinander schrieben und seitdem nichts als Liebe füreinander übrig hatten.“

In seiner Tribut-Sendung an den verstorbenen Gitarrenvirtuosen verlas Stern am 7. Oktober 2020 unter anderem einen Brief des ehemaligen Van-Halen-Sängers Sammy Hagar. Tatsächlich hätten sich die einst zerstrittenen Musiker damals in beidseitigem Einverständnis dazu entschieden, ihre Versöhnung vor der Öffentlichkeit geheim zu halten. „Wir wollen verhindern, dass Gerüchte einer möglichen Reunion die Runde machten und wussten beide, dass das zwangsläufig passieren würde“, so Hagar.

Howard Sterns „Eddie Van Halen“-Tribute-Show hier im Stream sehen:

Weiterhin habe Van Halen vermeiden wollen, dass die Öffentlichkeit vom seinem gesundheitlichen Zustand erfährt. „Vor etwa einem Monat hörte er plötzlich auf mir zu antworten“, erinnert sich Hagar, „da dachte ich mir schon, dass das nichts Gutes heißen kann. Ich versuchte vergangene Woche einige weitere Male, ihn zu erreichen und als er erneut nicht antwortete, wusste ich, dass es nur eine Frage der Zeit war. Trotzdem passierte es viel zu schnell.“

„Eddie hatte sich verändert und war einfach nicht mehr dieselbe Person“

Hagar ersetzte David Lee Roth 1985 als Van Halens Sänger und nahm im Folgenden vier Nummer-1-Alben mit der Band auf. 1996 verließ er die Band schließlich nach bandinternen Streitigkeiten und auch der Versuch einer Reunion-Tour im Jahr 2004 scheiterte kläglich. Gerüchten zufolge soll es um die Beziehung zwischen Hagar und Van Halen gegen Ende der Tour so schlecht gestanden haben, dass die beiden mit zwei unterschiedlichen Flugzeugen reisen mussten. Während der finalen Show in Tuscon, Arizona zerschlug Van Halen seine Gitarre auf der Bühne, wobei einige Teile ins Publikum geschleudert wurden. Hagar zufolge sei dies der Moment gewesen, in dem er realisiert habe, „dass Eddie sich verändert hatte und einfach nicht mehr dieselbe Person war.“

Die Situation spitzte sich über die Jahre immer weiter zu und erreichte ihren Höhepunkt, als Van Halen 2015 in einem Interview behauptete, er habe Ex-Van-Halen-Bassist Michael Anthony vor jeder Tour die gleichen Basslines neu beibringen müssen. „Michael Anthony ist ein bad motherfucker“, echauffierte sich Hagar damals über die Behauptungen der Gitarren-Ikone, „f*** dich, Eddie Van Halen, dafür, dass du sowas über Mikey sagst. Du bist ein Lügner!“

Versöhnung via Twitter

Bereits ein Jahr später wünschte Hagar Van Halen dann via Twitter alles Gute zum Geburtstag und erhielt eine freundliche Antwort. Nachdem damals David Bowie und Glenn Frey kurz nacheinander gestorben seien, habe Hagar einsehen müssen, dass er seinen Groll gegenüber Van Halen auf keinen Fall mit ins Grab nehmen wolle.

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Von diesem Moment an, scheint es zwischen den beiden ehemaligen Streithähnen konstant bergauf gegangen zu sein. Van Halen starb schließlich am 6. Oktober 2020 im kalifornischen Santa Monica an den Folgen einer Krebserkrankung. Er wurde 65 Jahre alt. Hagar verabschiedete sich via Instagram von seinem langjährigen Weggefährten: „Mein Herz ist gebrochen und ich bin sprachlos. All meine Liebe geht an seine Familie.“


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Die 100 besten Gitarristen aller Zeiten – Platz 8: Eddie van Halen von Mike McCready (Pearl Jam) Als ich elf Jahre alt war, hatte ich einen Gitarrenlehrer, der mir „Eruption“ vorspielte. Die Musik klang, als käme sie von einem anderen Stern. Ich lernte damals gerade die Grundakkorde, Sachen von AC/DC oder Deep Purple. „Eruption“ war jenseits meines Horizonts, aber es war eine Offenbarung – so, als würde man zum ersten Mal Mozart hören. Eddie ist der Meister der Riffs: „Unchained“, „Take Your Whiskey Home“, der Anfang von „Ain’t Talkin’ ’Bout Love“. Er erzeugt Klänge, die keine typischen Gitarren-Sounds sind, sondern…
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