Oh nein, die „Simpsons“ haben (endgültig) Alice Glick getötet

35 Jahre lang war die Organistin der „First Chucrch Of Springfield“ Teil der Zeichentrickserie. Die 37. Staffel war ihre letzte.

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Totgesagte leben länger – das galt lange Zeit auch für die „Simpsons“-Figur Alice Glick. Die Macher der Serie ließen die Organistin der Kirche, auch Mitglied der „First Church Of Springfield“, bereits in Staffel 23 von einem Roboter-Haustier töten. Doch die zunächst von Cloris Leachman und später von Tress MacNeille gesprochene Figur kam immer wieder zurück, völlig lebendig oder als Geist.

Die 37. Staffel der „Simpsons“ markiert nun aber ihr Ende, denn die Macher der Serie ließen sie in der Folge „Sashes To Sashes“ (lief erstmals am 17. November) sterben. Ihre letzten Lebensminuten erlebte Glick an ihrem Arbeitsgerät während einer Predigt von Reverend Lovejoy. Viele Fans zeigten sich im Netz schockiert über den unerwarteten Tod. Schließlich war die patente Figur 34 Jahre lang in der Serie zu sehen.

Ihren ersten großen Auftritt hatte Glick allerdings außerhalb der Springfield-Kirche. In der Folge „Drei Freunde und ein Comic-Heft“ aus der zweiten Staffel bietet sie Bart an, ihr gegen Geld im Haushalt zu helfen. Sie lässt ihn ganz schön ackern und bezahlt ziemlich schlecht. Doktor Hibbert gestand auch einmal in einer Episode, dass er während einer Operation seine Autoschlüssel in ihr vergessen hatte. Zu sehen war Glick auch immer wieder am Rande, ohne eine größere Rolle zu spielen, etwa bei einer Parade zum Jebediah Springfield Day.

Wie viele „Simpsons“-Figuren müssen noch sterben?

Auch wenn es so scheint, dass die „Simpsons“-Macher zwischenzeitlich einfach vergessen haben, die Kirchen-Organistin aus der Serie herausgeschrieben zu haben, ist ihr Tod nun endgültig. Das bestätigt der ausführende Produzent Tim Long „People“: „In gewisser Weise wird Alice, die Organistin, durch die wunderschöne Musik, die sie geschaffen hat, ewig weiterleben. […] Aber in einem anderen, viel bedeutsameren Sinne ist sie, ja, mausetot.“

Das Ableben von Charakteren sorgt bei den Gelben stets für helle Aufregung. Während einige berühmte verstorbene Charaktere wie Edna Krabappel auf den Tod ihrer Sprecher:innen zurückgehen, brachte der gewaltsame Unfalltod von Maude Flanders einen Sturm der Entrüstung. Zuletzt ließen die „Simpsons“ Larry „the Barfly“ Dalrymple das Zeitliche segnen. Jahrelang war er Stammgast in Moes Taverne.

Die offenbar gesteigerte Lust, den eigenen Figuren an den Kragen zu gehen (da war doch auch etwas mit Marge…), stößt deshalb auch einigen Zuschauern sauer auf. „Erst Larry, jetzt Alice Glick. Die Simpsons bringen ja wirklich alle um…“, schrieb ein User auf X, nachdem die aktuelle Folge gelaufen war.

In der Serie hat der Tod von Alice Glick übrigens auch etwas „Gutes“. Sie vermacht ihr Erbe der Springfield-Grundschule, damit dort ein eigenes Programm für musikalische Früherziehung aufgesetzt werden kann.

Marc Vetter schreibt freiberuflich unter anderem für ROLLING STONE. Weitere Artikel und das Autorenprofil gibt es hier.