Sophia Thomalla kritisiert Corona-Maßnahmen – Jens Spahn antwortet mit PM


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„Warum dürfen Friseurläden ab dem 4. Mai wieder öffnen, während die komplette Piercing- und Tätowier-Szene am Stock geht, auf keine Öffnung hoffen dürfen und eventuell ihre Läden schließen müssen?“, fragte Sophia Thomalla am Samstag (18. April) nicht nur in die Social-Media-Runde, sondern ging Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auch gleich direkt an.

Am 15. April beschlossen die Bundesregierung und Vertreter der Bundesländer, dass der Einzelhandel zum Teil wieder öffnen könne – bei entsprechenden Hygienemaßnahmen und einer Fläche bis 800 Quadratmetern. Friseure dürfen mit Außnahmeregelung während der laufenden Corona-Krise wieder öffnen. Das bringt Thomalla auf die Palme.


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„Zig Kunden pro Tag“ beim Friseur

Thomalla, seit einigen Jahren CDU-Mitglied, erklärte BILD, die Tattoo-Branche habe „sich schon immer von Grund auf intensiv mit Hygiene befasst“, ein Laden habe auch in der Vergangenheit stets immer nur ein paar Kunden pro Tag empfangen. Friseure hingegen müssten „zig Kunden pro Tag betreuen“.

Es sei für Thomalla zwar eine gute Nachricht, dass Friseurläden wieder öffnen dürften, aber: „So schwierig es auch ist, aber die Verhältnismäßigkeit stimmt hier doch überhaupt nicht mehr!“

Interessant ist allerdings, dass Gesundheitsminister Spahn tatsächlich auf Thomallas Ansage reagierte. Nicht mit einem öffentlichen Kommentar, sondern mit einer Direktnachricht. „Jens Spahn schrieb mir, er wisse, das jedes Studio, jeder Salon seine eigene Geschichte habe“, sagte Thomalla BILD.

„Es gehe nicht nur um Arbeitsplätze, sondern um die DNA einer unglaublich kreativen Szene. Die Friseure sind im ersten Schritt dabei, weil der Wunsch nach einem Haarschnitt aktuell größer ist als der nach einem Piercing.“

In einem nächsten Schritt, der derzeit noch nicht terminiert werden kann, entscheiden die Bundesländer über die Öffnungen von Läden einzelner Branchen. Anfang Mai wird gemäß der aktuellen Corona-Lage neu bewertet.