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COMMITMENT: Sophie Hunger legt Frauenquote fest

Sophie Hunger möchte es sich nie zu leicht machen. Die 36-jährige Schweizerin ist privilegiert aufgewachsen, sie hat vielleicht ein paar mehr Mittel zur Verfügung als ein armer Straßenmusiker, aber sie nutzt ihre günstigen Voraussetzungen auch auf bestmögliche Weise: In ihrer Musik ist sie furchtlos, sie komponiert seltsam süchtig machende Lieder, die sie mal auf Deutsch, mal auf Französisch oder Schwyzerdütsch singt. Für ihr jüngstes Album, „Molecules“, hat sie sich aufs Englische reduziert, gefällig ist ihr düsterbunter Sound dennoch nie. Das würde auch nicht zu Hunger passen. Sie lässt sich nichts vorschreiben, sondern macht sich die Welt so, wie sie ihr gefällt – und dazu gehört, dass sie endlich umgesetzt hat, wovon sie schon lange träumt: das Ungleichgewicht der Geschlechter aufzuheben – auf, neben und hinter der Bühne.

Sophie Hunger legte für ihre eigene Band und Management eine Art „Frauenquote“ fest

„Ich habe eine Art Frauenquote bei mir eingeführt“, erzählt sie. „Natürlich wäre ohne Zwang alles schöner, aber man muss feststellen, dass es so oft nicht funktioniert. Also habe ich beschlossen: auf alle freie Positionen setze ich jetzt Frauen. Und sobald wir ernsthaft gesucht haben, haben wir auch welche gefunden.“

Eine Tourmanagerin hatte sie schon seit 2011, Musikerinnen waren gar nicht schwer aufzutreiben, Frauen für Licht und Tontechnik schon eher. „Was mir aufgefallen ist: Bei allen Treffen haben sich die Männer viel besser verkauft, ihre Fähigkeiten eher übertrieben. Frauen kennen ihre Grenzen gut, übernehmen Verantwortung – aber machen sich sich dadurch natürlich auch eher klein.“ Möglicherweise werden sie deshalb häufiger übersehen. Dass Sophie Hunger sich jetzt konsequent nach geeigneten Frauen umschaut, statt wie so viele nur rumzujammern, dass im Tourneegeschäft immer noch vor allem Männer arbeiten, ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Und auch in anderen Bereichen ist Sophie Hunger politisch aktiv: So rief sie beispielsweise ihre Fans dazu auf, eine Petition zum Erhalt des Berliner Kunst- und Kulturprojekts „Holzmarkt25“ zu unterzeichnen. Ein weiteres Anliegen ist Sophie Hunger der Zusammenhalt der EU – mit dem Hashtag #MusiciansForEurope bezog sie öffentlich Stellung.


PANEL 2019: Carl Craig votet mit

Im Spätsommer 1988 erscheint eine Vinyl-Compilation mit dem Titel „Techno! – The New Dance Sound of Detroit“. Die erste weltweite Major-Veröffentlichung des Underground-Phänomens, das bis dahin von Indie-Labels wie Metroplex oder Transmat geprägt wurde. Rasch erobern die minimalistischen, klar strukturierten, oftmals „harten“ Computerbeats aus der Stadt von Motown, Kiss und MC5 die Danceclubs der Welt. Der an der Gitarre geschulte High School-Absolvent Carl Craig schätzte in den 80er-Jahren neben Rockmusik auch die Düsseldorfer Elektroniker von Kraftwerk und experimentierte verstärkt im Umfeld der Techno-Pioniere. Er gründete das Mini-Label Planet E und arbeitete als Studio-Ingenieur für Derrick May. Aus der Zusammenarbeit mit dessen…
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