Rock & Roll Hall of Fame: Mega-Aufmarsch für Soundgarden
Soundgarden in der Rock Hall of Fame 2025: Jim Carrey, Brandi Carlile und Seattle-Stars feiern Chris Cornell.
Soundgarden wurden am Samstag in die Rock & Roll Hall of Fame aufgenommen – mit einer Allstar-Feier, die Auftritte der verbliebenen Bandmitglieder, vieler Musiker aus Seattle und der Tochter des verstorbenen Chris Cornell umfasste.
Jim Carrey, der 1996 eine „Saturday Night Live“-Folge moderierte, in der Soundgarden zu Gast war, hielt die Laudatio. „Spank you kindly, spank you all“, scherzte der Schauspieler.
„Warum sollte die härteste aller Rockbands Jim Carrey auswählen, um sie einzuführen? Gibt es eine kosmische Verbindung – oder war der ‚Spoonman‘ einfach nicht verfügbar?“
Jim Carrey erinnert an seine Verbindung zu Soundgarden
Carrey erzählte, dass er darauf bestanden habe, Soundgarden bei seiner „SNL“-Folge auftreten zu lassen – und nach der Show Cornells Fender Telecaster geschenkt bekam, sein „wertvollster Besitz“. „Als die Musikszene in Seattle explodierte, wurde Rock & Roll für mich wiedergeboren“, sagte er. „Als ich Soundgarden zum ersten Mal hörte, wollte ich ein Flanellhemd anziehen und auf die Straße rennen und schreien: ‚Meine Mutter hat während der Schwangerschaft geraucht!‘“
Chris Cornells Tochter Lily Cornell trat anschließend auf die Bühne: „Ich bin einfach unglaublich glücklich, dass mein Vater Musik mit seinen Freunden machen konnte“, sagte sie. „Das hat ihm Sinn gegeben – und all den Menschen, die seine Musik hören. Das trage ich heute Abend in meinem Herzen.“
Seattle-Allstars spielen „Rusty Cage“ und „Black Hole Sun“
Dann folgte das von Schlagzeuger Matt Cameron angekündigte „Seattle-zentrierte“ Set: Mit auf der Bühne standen Mike McCready (Pearl Jam), Jerry Cantrell (Alice in Chains), Brandi Carlile und Taylor Momsen (The Pretty Reckless). Gemeinsam spielten sie „Rusty Cage“ und „Black Hole Sun“.
Auch Kim Thayil, Matt Cameron, Ben Shepherd und Hiro Yamamoto hielten emotionale Reden. „Chris Cornell, wir vermissen dich heute Abend so sehr auf dieser Bühne“, sagte Yamamoto. „Zu hören, dass unsere Musik für so viele Menschen etwas Eigenes wurde, ist die größte Anerkennung überhaupt. Und an alle anderen – besonders an euch braunen Kids da draußen: Lasst uns rocken!“
Toni Cornell und Nancy Wilson performen akustisch
Zum Abschluss sang Chris Cornells Tochter Toni gemeinsam mit Nancy Wilson von Heart eine akustische Version von „Fell on Black Days“. „Es ist surreal und eine Ehre, das für meinen Vater tun zu dürfen“, sagte Toni. „Ich wünschte, er könnte diesen Moment sehen. Er ist der Grund, warum ich Musik mache – und hier zu sein, um seine Stimme weiterzutragen, ist unglaublich.“
Sie erklärte, sie habe sich an Cornells „Songbook“-Tour orientiert, wo er allein mit Gitarre und Cello Songs in roher Form interpretierte. „Jeder kann sich mit diesem Song identifizieren – ‚I fell on black days‘. Wir waren alle schon da. Ich wollte ausdrücken, wie mein Vater das Lied allein dargeboten hätte.“
„Rock and Roll ist eine verlorene Kunst“
Nancy Wilson sagte vor dem Auftritt: „Rock and Roll ist fast eine verlorene Kunst. Die großen Hardrockbands, mit denen wir aufgewachsen sind, gibt es kaum noch. Deshalb freue ich mich, dass neue Bands auftauchen – und die alten Legenden ehren.“
„Chris hätte diesen Moment genossen“, fügte Cameron hinzu. „Er war immer auf der Suche nach dem nächsten künstlerischen Schritt – als Songwriter, als Performer. Vielleicht wird er eines Tages auch solo oder für Temple of the Dog ausgezeichnet. Sein Beitrag zur Musik ist einfach gewaltig.“