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Spike Lee: Filme wie „Vom Winde verweht“ und „Die Geburt einer Nation“ müssen im richtigen Kontext gezeigt werden


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Spike Lee ist der Meinung, dass problematische Filme wie „Vom Winde verweht“ und „Die Geburt einer Nation“ immer noch geschaut werden sollten, vorausgesetzt, das Seherlebnis schließe einen „historisch-sozialen Kontext“ mit ein. Der 63-Jährige äußerte seine Gedanken in einem Gespräch mit Regisseur Barry Jenkins. Die Konversation endete schnell in einer Diskussion über die beiden berühmten Filme.

Der Kontext ist wichtig

„Vom Winde verweht“ aus dem Jahr 1939 ist der ertragreichste Film in der Geschichte Amerikas, der die Schwarzen als fröhlich dumm und auf ewig dankbar den Weißen gegenüber darstellt. Der 1915 erschienene Film „Die Geburt einer Nation“, der eigentlich „The Clansman“ heißen sollte, stellt Schwarze als dumm und sexuell aggressiv dar, und zeigt weiße Schauspieler mit schwarz angemalten Gesichtern.

Jahrelang haben Filmliebhaber und Pädagogen diskutiert, wie man über solche historischen Werke sprechen sollte. Lees Antwort: Die Filme als Teil eines viel umfassenderen Gesprächs zu zeigen. Als Professor an der NYU würde er seinen Studenten den Film zeigen:

„Ich zeige The Birth of a Nation in meiner Klasse. Aber ich gebe dem auch einen historischen sozialen Kontext. Ich spreche nicht nur über die großen Dinge, über die Dinge, die D.W. Griffith erfunden hat.“

Als er selbst als Student an der NYU den Film gesehen hat, sei die Erfahrung eine ganz andere gewesen: „Als sie diesen Film zeigten, als ich an der NYU war, ließen sie die Tatsache außer Acht, dass der Klan zu dieser Zeit ruhte, und dieser Film brachte Leben in den Klan zurück, was direkt dazu führte, dass Schwarze getötet wurden. Das wurde nicht gelehrt.“

Auch mit „Vom Winde verweht“ habe er keine guten Erfahrungen gemacht: „In der vierten Klasse hatten wir eine Klassenfahrt, sie hatten gerade Vom Winde verweht neu aufgelegt. Ich selbst, meine anderen Klassenkameraden und ich schauderten vor Hattie McDaniel und Butterfly McQueen.“ Die schwarzen Schüler hätten den Film nicht gemocht.

Die Filme nicht mehr zu zeigen, sei aber auch nicht richtig:

„Die Filme sind für mich sehr persönlich. Man muss über dieses Zeug reden. Aber ich denke nicht, dass [sie] verboten werden sollten. Das ist nur meine Meinung.“


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